Ist die Viessmann Vitovalor PT2 für mich rentabel?

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  • Ist die Viessmann Vitovalor PT2 für mich rentabel?

    Hallo,
    mir ist die Anlage von Energy World vorgeschlagen worden. Ich habe folgende Rahmenparameter:
    Wohnfläche 275 Quadratmeter Fußbodenheizung wobei zukünftig 100
    Quadratmeter im Keller über Heizkörper regelmäßig beheizt werden sollen, die ich ich aktuell renoviere.
    Aktueller Gasverbrauch für die 275 Quadratmeter 54000 kwh. Stromkosten bei 6Personen 7000 kwh.
    Aktuell ist die Anlage 28 Jahre alt und von Viessmann, läuft aber einwandfrei und bringt agastechnisch auch noch das, was der Schornsteinfeger fordert. Mit Ausnahme des Verbrauches ist also alles in Ordnung. Mit neuer Technik ließe sich da sicher was reduzieren.

    Sind die Einsparungen an Energie tatsächlich realistisch?
    Mit der Brennstoffzelle produziere ich doch Strom und nur wenig Wärme
    laut Prospekt 1 Kw. Der Brennstoffkessel, der integriert ist dürfte doch nur max 15 % gegenüber meiner alten Anlage an Gas sparen.
    Mein Schornsteinfeger hat mir gesagt, mit einem neuen Kessel wäre nicht wirklich mehr als 10 bis 15% einzusparen. Wie macht der Kessel der Vitovalor das, oder leistet die Brennstoffzelle doch so viel mehr an Heizleistung?

    Wie seht Ihr das?


    Laut dem Berater von Energy World bekäme ich eine Viessmann Vitovalor P2T

    Anbei die Daten von Energy World:

    Ihre Energiekosten vor Installation

    Strombezug EVU kWh/Jahr 7.000

    Erdgasbezug Erdgasversorger kWh/Jahr 54.000

    Stromkosten Euro/Jahr 2.320,- €

    Erdgaskosten Euro/Jahr 2.700,- €

    Wartungskosten Heizung Euro/Jahr 150,- €

    Gesamtkosten Euro/Jahr 5.170,- €

    Ihre Energiekosten nach Installation



    Strombezug EVU kWh/Jahr 3.131

    Erdgasbezug Erdgasversorger kWh/Jahr 13.651

    Erdgasbezug Zusatzbrenner kWh/Jahr 20.690

    Stromkosten Euro/Jahr 1.038,- €

    Erdgaskosten Euro/Jahr 594,- €

    Erdgaskosten Zusatzbrenner kWh/Jahr 1.014,- €

    Wartungskosten Mikro-KWK-System Euro/Jahr 300,- €

    abzgl. Erlös Überstromeinspeisung Euro/Jahr -58,- €

    abzgl. KWK-Zuschlag Euro/Jahr -254,- €

    abzgl. durchschn. Stromeinsparung durch neue Wasserpumpen Euro/Jahr -212,- €

    Gesamtkosten Euro/Jahr 2.421,- €


    Einsparpotential:

    Einsparumg Energiekosten 2.748,- €
    Einkommenssteuerrückerstattung: 1.051,- €
    Summe Jährliche Einsdaprumg: 3.799,- €

    Amortisation in 5.2 Jahren

    Staatliche Förderung


    KWK-Zuschlag 9.300,- €
    Zuschuss KfW 1.680,- €
    Umsatzsteuerrück 5.828,- €

    Staatliche Förderung und Vergünstigungen Cash auf Ihr Bankkonto
    incl. Umsatzsteuerrückerstattung 16.808,- €


    Gruß
    Drapondur

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von drapondur ()

  • Moin und Willkommen im Forum,

    ausgehend von einem Niedrigtemperaturkessel würde ich 90% Wirkungsgrad ( bezogen auf Heizwert ) ansetzen. Das bedeutet Ihr benötigt etwa 43000kWh Wärme inklusive geschätzten 6000kWh für Warmwasser.

    Die Berechnung zeigt aber nur 34300kWh Gasbezug ( bezogen auf Brennwert ) auf, unter Laborbedingungen könnten daraus 1:1 34300kWh Wärme werden. Die Unterdeckung beträgt also mindestens 9000kWh, dabei ist weder der Gasanteil für die reine Stromproduktion noch die Erhöhung der beheizten Fläche im Keller berücksichtigt.

    Das Angebot würde ich so wie es ist der Altpapierverwertung zuführen ( auch die genannte Einkommenssteuerrückerstattung ist Unfug ) . Der nächste Gang sollte nun zum Viessmann Heizungsbauer Deines Vertrauens sein oder direkt beim Hersteller eine Beratung anfordern. Das System an sich passt ja nicht schlecht zu Eurem Gebäude.

    Grüße
    Pöl BHKW Tiger †
    Pöl BHKW Raptor †
    Ecopower 1.0
    Solarthermie 27m² Heat-Pipe-Röhren
    PV Anlage 1,8kWp Solarmax 2000C 15xKaneka k120
  • "Mit der Brennstoffzelle produziere ich doch Strom und nur wenig Wärme"

    Das ist ja gerade da gute. Die BSZ hat ein Strom-Wärmeverhältnis von fast 1:1. Andere Systeme bringen es nur auf 1:4 bis 1:6; heisst für 1 kw Strom muß man 4-6 kw Wärme verbrauchen. Das gelingt wenns kalt ist gut, aber schon in der Übergangszeit wenig.
    Mit 1 kw deckt man seinen Grundbedarf an Strom gut ab - und 1 kw Wärme bekommt man lange Zeit in einem Haus unter. Also lange Laufzeit der BSZ, das ist gewünscht.
    Bei 275 qm Fläche ist die BSZ eine der besten Möglichkeiten, die zu kaufende Strommenge auf Jahre hinaus deutlich zu reduzieren und damit auch Geld zu sparen.
    Ich investiere Geld lieber in Eigentum anstatt damit die EVUs zu sponsorn....
  • Moin @drapondur,

    Angebote von Energy World muss man - höflich ausgedrückt - sehr kritisch betrachten. Alle "Berechnungen" dieser Firma, die bisher hier im Forum aufgetaucht sind, enthielten ausnahmslos grobe Fehler bei den Parametern und darüber hinaus völlig hanebüchene Aussagen zu steuerlichen Aspekten - auch bei Dir (siehe unten). Unterm Strich ergeben sich daraus künstlich aufgeblähte "Einsparungen", die weit jenseits jeglicher Realität liegen. Diese sollen überdecken, dass die Angebote der Firma i.d.R. überteuert sind. Du solltest mal hier im Forum über die Suchfunktion andere Threads zu Energy World hochholen, dann kannst Du Dir selbst ein Bild machen.

    Sieht man sich Dein Angebot durch, so fällt folgendes auf:

    drapondur schrieb:

    Strombezug EVU kWh/Jahr 7.000
    Stromkosten Euro/Jahr 2.320,- €
    Zahlst Du einschließlich Grundgebühr tatsächlich 33,1 ct/kWh für den Strombezug?? Dann würde ich Dir als erstes empfehlen, einen günstigeren Anbieter zu suchen. Ich wette, dass Du auf diese Weise mindestens 230 EUR/Jahr schon mal ganz ohne Investition einsparen kannst.

    drapondur schrieb:

    Erdgasbezug Erdgasversorger kWh/Jahr 54.000
    Nachdem Deine jetzige Anlage die Kaminkehrer-Anforderungen erfüllt, kann sie nicht grottenschlecht sein. Rechnet man mit einem Wirkungsgrad von 82% (Hs), so wäre der tatsächliche Wärmebedarf des Anwesens ca. 44.280 kWh im Jahr.

    drapondur schrieb:

    Erdgasbezug Erdgasversorger kWh/Jahr 13.651
    Erdgasbezug Zusatzbrenner kWh/Jahr 20.690
    Gemeint damit ist wohl, dass die Brennstoffzelle 13.651 kWh/Jahr verbrauchen soll. Laut technischen Daten hat die Brennstoffzelle in der Vitovalor einen Gesamtwirkungsgrad von 90% Hi, das entspricht 82% Hs. Mit 0,75 kW(el) und 1 kW(th) verbraucht sie demnach ca. 2,14 kWh (Hs) Erdgas pro Vollbetriebsstunde. 13.651 kWh Gasverbrauch würden dann bedeuten, dass die Bz im Jahr ca. 6.380 Vollbetriebsstunden laufen und 4.785 kWh Strom und 6.380 kWh Wärme erzeugen soll. So weit so gut: Bei einem Gesamtwärmebedarf von 44.280 kWh halte ich eine solche Jahreslaufzeit für möglich.

    Zieht man aber nun die 6.380 kWh Wärmeerzeugung von den 44.280 kWh Gesamtwärmebedarf ab, so verbleiben 37.900 kWh, die aus dem Zusatzbrenner zu decken sind. Selbst mit einem Nennwirkungsgrad von 98% (Hs), der in der Praxis nur selten erreicht wird (und das auch nur bei Niedertemperatur-Heizungen), entspricht das einem Erdgasverbrauch von mindestens 38.700 kWh für den Zusatzbrenner. Die von Energy World angesetzten 20.690 kWh sind offenkundiger Unsinn.

    Insgesamt solltest Du für Brennstoffzelle und Zusatzbrenner zusammen mit einem Jahresverbrauch von mindestens 52.300 kWh Erdgas rechnen. Das ist kaum weniger als jetzt, aber dafür erzeugst Du dann ja zusätzlich 4.785 kWh Strom. Mit den angesetzten 5 ct/kWh wären das € 2.615 Kosten für Erdgas, also schlappe 1000 EUR mehr als der Vertreter ausgerechnet hat.

    drapondur schrieb:

    abzgl. Erlös Überstromeinspeisung Euro/Jahr -58,- €
    abzgl. KWK-Zuschlag Euro/Jahr -254,- €
    Daraus kann man errechnen, dass im Angebot eine Stromeinspeisung von ca. 1.450 kWh angenommen wird. Die Eigenverbrauchsquote wäre damit ca. 70%. Bei einem Gesamtverbrauch von derzeit 7000 kWh Strom halte ich einen Eigenverbrauch von 3.335 kWh - wie anscheinend angesetzt - für möglich.

    drapondur schrieb:

    abzgl. durchschn. Stromeinsparung durch neue Wasserpumpen Euro/Jahr -212,- €
    Setzt man die o.g. 33,1 ct/kWh an, so entspricht der angesetzte Betrag einer Einsparung von sage und schreibe 640 kWh im Jahr. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Deine jetzige Heizpumpe (oder WW-Ladepumpe) über 100 Watt zieht. Realistisch ist eine Ersparnis von vielleicht 250-300 kWh. Mehr als 100 € Einsparung kommen dabei jedenfalls kaum raus.

    drapondur schrieb:

    Einkommenssteuerrückerstattung: 1.051,- €
    Diese Angabe ist völlig aus der Luft gegriffen. ;-_
    Man kann mit einem BHKW keine Einkommensteuer sparen. Je nach angenommenem Steuersatz würde der genannte "Erstattungs"-Betrag einem Verlust von 2.500 bis 3.500 EUR pro Jahr (!!) entsprechen. Selbst wenn solche Verluste steuerlich verrechenbar wären (was wegen Liebhaberei nicht der Fall ist), ist nicht erkennbar wo sie überhaupt herkommen sollen. Eine korrekt abgerechnete Vitovalor erzeugt jedenfalls steuerlich keine Verluste, sondern je nach Umständen eine schwarze Null oder einen kleinen steuerlichen Gewinn, d.h. ein paar Euro im Jahr Steuern dürften anfallen. Wenn Du Näheres wissen möchtest, solltest Du Dich hierzu im Unterforum "Finanzamt, BAfA und Zoll" schlau machen.

    drapondur schrieb:

    Summe Jährliche Einsparung: 3.799,- €

    Amortisation in 5.2 Jahren
    Bei richtiger Rechnung liegt die jährliche Einsparung eher um 1.630 €. Zählt man hierzu noch ca. 75 € Energiesteuer-Rückerstattung auf das in der Brennstoffzelle verbrauchte Gas (die hat der Vertreter merkwürdigerweise vergessen), so kommen realistisch ca. 1.700 € Einsparung heraus - vor Umsatzsteuer (siehe unten).

    drapondur schrieb:

    Staatliche Förderung
    KWK-Zuschlag 9.300,- €
    Zuschuss KfW 1.680,- €
    Umsatzsteuerrück 5.828,- €
    9.300 € Förderung stimmt, wenn sie auch nicht "KWK-Zuschlag" heißt (das ist was anderes). Was das für ein "Zuschuss KfW" sein soll, weiß ich dagegen nicht. Die USt-Rückerstattung kann man ziehen: Aus dem genannten Betrag lassen sich Nettokosten für die Vitovalor bei Energy World von € 30.674 ausrechnen. Das wäre dann also - ein seriöses Angebot vorausgesetzt :D - für die Vitovalor, den hydraulischen und elektrischen Anschluss einschl. Zähler, Ausbau und Entsorgung des alten Kessels sowie den hydraulischen Abgleich des Heizsystems. Wenn Du nicht ohnehin (was ich empfehle) Alikantes Rat folgst, müsstest Du zumindest sicherstellen, das alles dies in dem Preis auch enthalten ist. Diesen Betrag kannst Du dann mit anderen Angeboten vergleichen.

    Das Ziehen der Umsatzsteuer bedeutet aber, dass Du danach (jedenfalls im Inbetriebnahmejahr und in den folgenden fünf Kalenderjahren) auf den selbst verbrauchten Strom und auf die Wärme Umsatzsteuer zahlen musst. Überschlägig ergibt sich diese wie folgt: Strom 3.335 kWh * 4 ct/kWh * 19% = 25 €; Wärme 44.280 kWh * 7,2 ct/kWh (Fernwärmepreis lt. Energiedaten) * 19% = 605 €; abzüglich Vorsteuer aus Erdgas ca. 418 € und Vorsteuer aus Wartung ca. 48 €. Insgesamt wären damit 5-6 Jahre lang jährlich ca. 165 € Umsatzsteuer zu zahlen. Die hat der Vertreter vorsichtshalber in seiner Rechnung weggelassen. Wie gesagt, mit den Steuerthemen haben sie's bei Energy World nicht so richtig drauf... :thumbdown:

    Unabhängig davon ist aber die Vitovalor ein gutes Gerät und passt auch zu Deinem Bedarfsprofil. Wenn Du ein günstigeres Angebot bekommst, könnte sich eine Vitovalor bei Dir durchaus auch nach einer realistischen Rechnung lohnen.

    Fazit: Du solltest

    1) Alikantes Rat folgen und das Angebot von Energy World zum Altpapier tun;
    2) Alikantes Rat weiter folgen und z.B. über die Viessmann-Website einen Heizungsbauer in Deiner Umgebung suchen, der sich mit der Vitovalor auskennt;
    3) Dir von diesem ein Angebot machen lassen.

    Dann kannst Du nochmal rechnen ob sich das für Dich (im Vergleich zu der Standard-Alternative "Ersatz der alten Gastherme durch eine neue") rechnet.

    Gruß, Sailor
    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Rechenfehler korrigiert

  • Sailor, erst Mal Hut ab vor Deiner Berechnung, so weit komme ich mittlerweile gar nicht mehr. Ich lese ew energy world und dann treten meine Augen in einen Generalstreik. Dennoch mal ein paar generelle Sachen:

    a) Es gibt die KfW-Förderung für BSZ, diese ist sehr hoch, hier 9.300 Euro, unsere BlueGEN werden sogar mit 12.450 Euro gefördert. Haken: 1) Förderanträge sind mega kompliziert, man muss u. a. beglaubigte Perso-Kopien beilegen etc. Und man braucht einen zertifizierten Energieberater für die Antragsbearbeitung und der hydr. Abgleich, den der Themenersteller nicht haben wird, muss zwingend gemacht werden und kostet auch. Dieser wird zwar wiederum mit 30% gefördert, kostet aber dann noch immer 70% von x Euro.

    Es ist außerdem so, dass wenn man die KfW-Förderung in Anspruch nimmt und (abgesehen von der Förderung Abgleich) auch nur eine müde Mark von woanders bekommt, die KfW-Förderung hinfällig ist, sprich es gibt entweder keine oder man muss sie zurückzahlen, wenn die Sache rauskommt.

    Die Frage bei ew energy world ist also
    1) wer macht die Förderanträge
    2) wer baut die Anlage ein (Subunternehmer??)
    3) ist der Preis komplett mit Abgleich etc.? Elektro?

    Und bei der Energiesteuererstattung ist es leider so, dass diese mit der Förderung verrechnet wird, dies kam neulich mal wieder so zwischendurch durch die Hintertüre, macht den Kohl hier aber auch nicht fett.

    Losgelöst davon hat eine 28 Jahre alte atmosphärische Büchse maximal 70% effektiven Wirkungsgrad, dies hat nix damit zu tun, was der Schorni misst. Die Kiste ist total überdimensioniert, kann nur an/aus, taktet deshalb, moduliert nicht etc. Wir haben im Kundenstamm (im größeren Stil, aber die Relation ist ja die selbe) Altanlagen >25 Jahre alt demontiert und durch BHKW mit BW-SLK ersetzt. Nach einem Jahr hatten manche Kunden weniger Gasverbrauch mit der neuen Lösung (trotz BHKW!) als vorher nur mit der alten Kiste
    Thomas Deus
    -Geschäftsführer-
    Fa. GO BHKW GmbH
    Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
    www.go-bhkw.de
  • Hans_Dampf schrieb:

    Und bei der Energiesteuererstattung ist es leider so, dass diese mit der Förderung verrechnet wird, dies kam neulich mal wieder so zwischendurch durch die Hintertüre, macht den Kohl hier aber auch nicht fett.
    Hab' ich auch gelesen, aber da ging es um die Steuererstattung nach § 53a EnergieStG, die für alle Motor- und Stirlinggeräte gilt. Die Vorschrift zur Verrechnung mit der Förderung findet sich in § 53a Absatz 8 EnergieStG und bezieht sich nur auf Entlastungen dieses Paragraphen. Die Entlastung für Brennstoffzellen geht (warum auch immer) nach § 47 Absatz 1 Nr. 3 EnergieStG, und ist daher von der Förderverrechnung nicht betroffen. Jedenfalls solange nicht, bis sich irgendein Schlauberger im Energiewende-Verhinderungsministerium was Neues ausdenkt...

    Dass das so oder so den Kohl nicht fett macht, ist natürlich richtig.
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  • Ach guck... wusste ich gar nicht, danke für die Info!

    Der Rest, den ich geschrieben habe, stimmt aber... Man bewegt sich bei der Förderung wirklich auf dünnem Eis und muss alles richtig machen, um die Kohle zu kriegen. Die Frage der Abwicklung Förderung ist deshalb dringend abklärungsbedürftig....
    Thomas Deus
    -Geschäftsführer-
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  • Hallo Drapondur,

    ein 6-Personenhaushalt ist ideal für die Brennstoffzelle, denn problematisch ist immer der Sommer, wenn Du keine Wärmeabnahme hast. Die Anlage macht sich nur über den selbstverbrauchten Strom bezahlt. Deshalb muss man schauen, dass man möglichst viel davon nutzen kann. Allerdings zählt da nicht nur die Strommenge, sondern man muss auch die Leistung beachten. Das heißt die 700W elektr. Leistung sind nachts zu viel, und mittags beim Kochen zu wenig. In der Regel ist die Grundlast bei einem EFH bei ca. 150W.

    Ganz wichtig, dass Heizsystem benötigt niedrige Rücklauftemperaturen. Genauso wie ein Brennwertgerät kondensiert die Brennstoffzelle das Wasser im Abgas. Im Gegensatz zur Heizung fließt es allerdings nicht sofort in den Abfluss, sondern füllt den Prozesswasserbehälter auf. Das Prozesswasser wird für die Reformation des Wasserstoffes aus dem Erdgas benötigt. Ohne Prozesswasser kann die Brennstoffzelle nicht funktionieren. So gab es am Anfang Installationen mit Brennstoffzellenheizungen die im tiefsten Winter nicht laufen konnten, weil der Rücklauf über 50°C hatte. Die neuen Heizkörper sollten mit den gleichen Temperaturen betrieben werden wie die Fußbodenheizung (macht anders sowieso kein Sinn).

    Wie schon sailor773 gesagt hat, man muss schauen, dass alle Kosten im Angebot berücksichtigt sind. Wenn z.B. der Zählerschrank zu alt ist, muss dieser erneuert werden. Da gehen dann nochmal 1.500 Euro und mehr über den Ladentisch. Vorher installiert der Stromnetzbetreiber keinen Rückspeisezähler.

    Über Energy World wurde schon alles gesagt. Da schließe ich mich den anderen Kommentaren an. Die Ersparnis der neuen Pumpe zu berücksichtigen, auf diese Idee muss man erst mal kommen. Lass Dir ein lokaler Heizungsbauer von Viessmann nennen und frage dort an.

    Sind eigentlich die Wartungskosten für das normale Brennwertheizgerät in der Wartungspauschale mit drin?

    Alternativ wäre vielleicht noch die Brennstoffzellenheizung von Dachs InnoGen interessant. Ist die gleiche Technologie (PEM) wie die Viessmann. Der Vorteil ist, dass sie bis auf 250W runtermodulieren kann. Das heißt wenn mal weniger Wärmeabnahme da ist, schaltet die Brennstoffzelle nicht ab, sondern reduziert zuerst die Leistung. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nicht nach 48 Stunden regenerieren muss. Die InnoGen kann somit ununterbrochen durchlaufen. Leider kenne ich die Preise nicht.

    Ich selbst bin Verfechter von Brennstoffzellenheizungen. Aber der berühmte Goldesel sind die Brennstoffzellenheizungen Stand heute nicht.

    Mit Ihrem WW-Verbrauch kann man fast nichts falsch machen. Bessere Rahmenbedingungen gibt es eigentlich nicht. Wenn Sie es schaffen einen großen Teil des Stroms selbst zu verbrauchen, könnte es gehen.

    Michael Hölzer
    -Inhaber-

    Michael Hölzer
    BSZ - Technischer Service für Brennstoffzellensysteme
    Eckhartstr. 12
    76227 Karlsruhe
    www.bsz-service.de

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von michel_bw_de ()

  • Hallo Michel,

    es gibt jetzt zwei Varianten:

    a) Du trägst hier Deine vollständige Signatur ein, wie dies dieses Forum für gewerbliche Anbieter (mit Recht) fordert
    b) Du lässt alles so und ich lösche meine

    Was nun?
    Thomas Deus
    -Geschäftsführer-
    Fa. GO BHKW GmbH
    Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
    www.go-bhkw.de
  • Hallo zusammen,
    Euch Allen schon mal vielen Dank für Euer Feedback. Deine detaillierte Analyse sailor773 ist wirklich Klasse.

    Ich habe den EW Berater mit einigen Punkten konfrontiert und wollte Feedbak von Ihm insbe. was das Thema Einkommenssteuer und seinen prognostizierter Gasverbrauch betrifft.
    Rückinfo gab es seit Donnerstag letzter Woche noch nicht von ihm.
    Evtl. hat er aber auch schon die Segel gestrichen und steckt die Arbeit eher in einen Kunden der weniger Dumme Fragen stellt.
    Ich welchsele jetzt den Strom- und Gasabieter und freue mich, dass meine alte Anlage noch so gut läuft. Die Brennstoffzelle wäre schon interessant. Ich denke sie wird aber in den nächsten Jahren noch interessanten und ausgereifter. Ich hoffe die Zeit spielt da für mich.

    Gruß
    Drapondur
  • Moin Drapondur,

    Ich würde mit EW Energy World nicht mehr rumtun, das geht alles von Deiner Lebenszeit ab.

    Wenn Du Dich aber mit dem Thema BHKW weiter beschäftigen möchtest, könntest Du Dich nicht nur über die Vitovalor schlau machen, sondern alternativ auch mal ein klassisches (modulierendes) BHKW wie das NeoTower Living 2,0 oder 2,6 betrachten. Bei Deinem doch recht beachtlichen Wärme- und Stromverbrauch halte ich es für möglich, dass sich auch ein solches BHKW rechnet. Allerdings brauchen diese BHKW's einen separaten Spitzenlastkessel (bei der Vitovalor ist dieser im Gerät integriert).

    Die Stirlinggeräte wären bei dem genannten Anforderungsprofil auch geeignet, zumal sie einen integrierten Zusatzbrenner haben und als Brennwertgeräte arbeiten. Allerdings sind wegen der relativ häufig aufgetretenen Probleme kaum noch welche am Markt.

    Und Du solltest mal mit Deinem Heizi reden ob es sich lohnt, jetzt schon die alte Heizpumpe gegen eine moderne Hochleistungspumpe zu tauschen. Wegwerfen muss man die ja später nicht, auch nicht bei Anschaffung eines BHKW. Die von dem Vertreter genannten 212 EUR Einsparung im Jahr werden dabei nicht herauskommen, aber selbst wenn es nur ein Drittel ist, könnte die Amortisationszeit kürzer sein als 5,2 Jahre.

    Gruß, Sailor
    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
  • michel_bw_de schrieb:

    Sind eigentlich die Wartungskosten für das normale Brennwertheizgerät in der Wartungspauschale mit drin?


    Alternativ wäre vielleicht noch die Brennstoffzellenheizung von Dachs InnoGen interessant.
    Hallo,

    1.) Die Kosten für die Wartung des Brennwertheizgerätes sind nicht mit in der Wartungspauschale. Allerdings wird woh der Stack einmal innerhalb der 10 Jahre getauscht (so zumindest die Aussage von ew energy und enn energie, mein lokaler Heizungsbauer meinte das evtl. nur bestimmte Teile getauscht werden - wobei ich mir bzgl. seines Kenntnisstandes etwas unsicher bin).

    2.) Die Brennstoffzelle von Dachs gibt es nicht mehr (Aussage meines lokalen Dachs Vertriebs). Anscheinend sind die wieder von der Brennstoffzelle runter und bringen einen weiteren kleineren Sterlingmotor raus.

    Grüße
    Christian
  • drapondur schrieb:

    Ich welchsele jetzt den Strom- und Gasabieter und freue mich, dass meine alte Anlage noch so gut läuft
    Das tut die alte Anlage nicht und das hat sie auch noch nie getan. Sie hat einen absolut miesen Nutzungsgrad (bitte jetzt nicht mit Schornsteinfeger kommen) und Du würdest einen Haufen Geld sparen, wenn Du die gegen ein Brennwertgerät tauscht. Der Gasverbrauch wird steigen, wenn Du die 100m² noch dranhängst und der miese Nutzungsgrad kommt dann noch mehr zum Tragen.

    Ein neotower 2.0 oder 2.6 hat hinsichtlich Amortisation genau null Chance gegen eine BlueGEN BSZ, kann ich beurteilen, wir verkaufen ja beides, RMB und eben den BlueGEN. Der BlueGen kostet weniger, macht dafür aber mehr Strom. RMB hatte (zum Glück) auch schon mal bessere Ideen, als den 2.0/2.6 auf den Markt zu bringen
    Thomas Deus
    -Geschäftsführer-
    Fa. GO BHKW GmbH
    Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
    www.go-bhkw.de
  • Hallo Mestapholes,

    danke für die Info.

    Mestapholes schrieb:



    2.) Die Brennstoffzelle von Dachs gibt es nicht mehr (Aussage meines lokalen Dachs Vertriebs). Anscheinend sind die wieder von der Brennstoffzelle runter und bringen einen weiteren kleineren Sterlingmotor raus.

    Grüße
    Christian

    Das war mir gar nicht bekannt, dass die Innogen eingestellt wird. Somit gibt es zurzeit keine anderen verfügbaren Geräte
    Hans_Dampf schrieb:

    Die BlueGen ist genial (60% elektrischer Wirkungsgrad und ununterbrochener Betrieb im Sommer), passt aber nur sehr eingeschränkt ins EFH, ist eher was für das Gewerbe. Brennstoffzellenheizungen lohnen sich nur wenn man den erzeugten Strom selbst verbrauchen kann. Das heißt, man benötigt eine hohe Grundlast beim Stromverbrauch. Weiter benötigt man hier dann noch zusätzlich einen Spitzenlastkessel, wenn man seine Bestandsanlage nicht weiter nutzen kann. Das treibt die Investitionskosten nach oben.

    @drapondur: Vielleicht einfach mal abwarten, was im Bereich Brennstoffzellen in nächster Zeit passiert.

    Viele Grüße
    Michael


    Michael Hölzer
    BSZ - Technischer Service für Brennstoffzellensysteme
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    76227 Karlsruhe
    www.bsz-service.de
  • Na, die Stirlingmaschinen werden wohl verschwinden. Die Technik ist einfach zu anfällig und das Strom-Wärmeverhältnis mit ca 1:6 zu schlecht für EFH/ZFH. Viessmann hat schon vor Monaten abgekündigt und Senertec ist dem Beispiel gefolgt.
    Mit 1kw deckt man im EFH schon mehr ab als die Grundlast
  • War davon ausgegangen das es ein Stirlingmotor wird. Sie hat davon gesprochen das die jetzige Version 5-6kW thermische Leistung hat und die neue wohl 1kW weniger.
    Und das würde ja nur für die jetzige Version vom Stirling bei denen gelten? Allerdings hatte Sie noch keine weiteren technischen Informationen da die neue Version noch nicht vorgestellt wurde (soll Richtung Herbst kommen).

    Das wäre ja für viele Neubauten ja nicht schlecht, allerdings ist das für den Sommer halt immernoch viel zu viel.
  • Mestapholes schrieb:

    1.) Die Kosten für die Wartung des Brennwertheizgerätes sind nicht mit in der Wartungspauschale. Allerdings wird woh der Stack einmal innerhalb der 10 Jahre getauscht (so zumindest die Aussage von ew energy und enn energie, mein lokaler Heizungsbauer meinte das evtl. nur bestimmte Teile getauscht werden - wobei ich mir bzgl. seines Kenntnisstandes etwas unsicher bin).

    2.) Die Brennstoffzelle von Dachs gibt es nicht mehr (Aussage meines lokalen Dachs Vertriebs). Anscheinend sind die wieder von der Brennstoffzelle runter und bringen einen weiteren kleineren Sterlingmotor raus.
    Im Zweifel hilft hier ein Blick in den Vollwartungsvertrag, den man bitte vor Abschluss des Kaufvertrags lesen muss. Macht man dies nicht, kann man sich aber gerne in drei oder vier Jahren hier ausheulen und den Schuldigen suchen, wir helfen, wo wir können.

    Dass Senertec die BSZ eingestellt hat, wusste ich nicht. Interessante Info.

    Anderes Thema:

    Der Stirling ist flächendeckend, egal bei welchem Hersteller, so tot wie man nur sein kann. Grund sind die Probleme mit dem Kopf, es gibt wohl nur einen Hersteller aus China, der die Stirlingmotoren für alle gebaut hat und dessen Fehler sich dann wie eine Krankheit auf Hersteller/Verkäufer x, y unf z übertragen haben
    Thomas Deus
    -Geschäftsführer-
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  • Ich denke auch daß die Hersteller wie Viessmann und Senertec sich das gut überlegt haben. Die Stirlings waren eben doch nicht so gut wie gedacht. Das kann die BSZ einfach besser. Und mit Vollwartungsvertrag ist der Kunde sicher vor teuren Überraschungen..