Sanierung Einfamilienhaus Erdwärme vs. Viessmann PT2

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    • Sanierung Einfamilienhaus Erdwärme vs. Viessmann PT2

      Hallo Forum,

      wir sanieren zur Zeit ein Haus Bj. 78 zum KfW 70 Haus. In dem Zug muss auch die Heizung getauscht werden. Zunächst mal die Daten:

      Verbrauchsdaten
      Jährlicher Stromverbrauch: 4500 kWh
      Jährlicher Brennstoffverbrauch: ? Es liegen nur Daten vor Sanierung vor. Berechnet ~10000kWh


      Derzeitige Heizung
      Energieträger der Heizung: Öl
      Alter und Typ der der Heiztechnik: +20 Jahre
      Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: Nein
      Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: Nein
      Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: zentral, veraltet 200l
      Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: Nein
      Hydraulischer Abgleich durchgeführt: Nein
      Temperaturen der Heizkreise: vermutlich zwischen 30 und 35
      Art der Heizkörper: Fußbodenheizung


      Immobilie und Rahmendaten
      Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 220qm, 4 Bewohner
      Art und Baujahr der Immobilie: EFH 1978
      Erfolgte Modernisierungen: 2018
      Weitere geplante Modernisierungen: hoffentlich nicht in naher Zunkunft :)
      Zweiter Abgasstrang für BHKW frei:
      Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: möglich (Anschlusskosten inkl Tiefbau 300-400 Euro)
      Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: Nein

      Zur Diskussions-Grundlage:

      Eigentlich wollte ich immer eine Wärmepumpe im Haus nehmen + Photovoltaik nehmen.
      Allerdings gibt es da einige Schwierigkeiten...
      1.) Die Photovoltaik fällt flach. Wir haben das Dach saniert und nun will meine Frau da drauf keine Photovoltaik Anlage mehr... *Das Dach ist doch so schön* :rolleyes: Daher fällt das aus der Überlegung raus.
      2.) Ich habe bisher keinen lokalen Heizungsbauer gefunden der mir ne Wärmepumpe einbauen will.

      Einen Anbieter der Deutschlandweit arbeitet bietet ein Angebot an, bei dem die Wärmepumpe inkl. Grabenkollektor ca 20000 Euro kosten würde. Bedeutet aber auch das der einmal durch den Garten wühlen muss.
      Nach Abzug der Förderung blieben ca 11.500 Euro als Kosten.

      Eine einfach Gasheizung geht nicht wegen des Primärenergiewertes...

      Daher bin ich jetzt am Überlegen ob es evtl. sinnvoll wäre eine Viessmann PT2 in den Keller zu setzen. Ich habe ein Angebot vorliegen über 14500 Euro nach Abzug der Förderung (+ die 2850 Euro für den 10 Jahre Wartungsvertrag).
      Also wäre diese Lösung erstmal ~6000 Euro teurer als die WP.

      Wenn ich aber jetzt davon ausgehe das ich täglich ca 10kWh Warmwasser Verbrauch habe, so produziert die Zelle ja ~7kW Strom.
      Gehe ich von 60% Eigenverbrauch davon aus, dann wären das 28Cent/kWh * 7 * 0,6 / Tag. Pro Jahr also ~430 Euro Stromersparniss.
      Da im Winter ja die Zelle sogar länger laufen könnte würde ich mal grob eine Einsparung von 500 Euro/Jahr einplanen.
      D.h. doch das ich nach 12 Jahren mit der Wärmepumpe vom Preis her gleichziehen würde?
      Mögliche Abschreibung noch nicht berücksichtigt...

      Habe ich da einen groben Denkfehler?
      Danke und Grüße
      Christian
    • Nein, das ist schon so. Und durch den Vollwartungsvertrag ist man auch kostenmäßig abgesichert.
      Und das eingebaute Brennwert-Gerät ist bewährt.
      Für mich ist eine eigene, kombinierte Wärme- und Stromerzeugung eine sinnvolle Lösung.
      Zur Erhöhung des Eigenstromanteils lässt sich das auch mit nem Batteriespeicher kombinieren.
    • PV und Wärmepumpe verträgt sich ohnehin nicht: Wenn die Sonne brennt, heizt man nicht und im Winter morgens/abends scheint die Sonne nicht. Bei den geringen Verbrauchsdaten ist eine Vitovalor aber schon grenzwertig. Lass Dir vom Viessmann-Heizungsbauer zum Vergleich mal eine Vitodens 333-F anbieten. Damit solltest Du günstiger fahren.
      Man achte darauf, dass der BHKW-Lieferant nicht gegen § 312 StGB verstößt. :neo:
      Aktuelle BHKW-Meldungen vom BHKW-Forum e.V.
      -> bhkw-infothek.de/nachrichten/
    • Lui schrieb:

      PV und Wärmepumpe verträgt sich ohnehin nicht: Wenn die Sonne brennt, heizt man nicht und im Winter morgens/abends scheint die Sonne nicht. Bei den geringen Verbrauchsdaten ist eine Vitovalor aber schon grenzwertig. Lass Dir vom Viessmann-Heizungsbauer zum Vergleich mal eine Vitodens 333-F anbieten. Damit solltest Du günstiger fahren.
      PV & WP stimmt, ist Unsinn...

      Die Frage ist, ob er nur mit Gas-Brennwert KfW 70 schafft????
      Thomas Deus
      -Geschäftsführer-
      Fa. GO BHKW GmbH
      Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
      www.go-bhkw.de
    • Hallo und Danke für Eure Antworten.

      Eine reine Gasheizung ohne Brennstoffzelle ist nicht möglich. Wir sanieren zum KfW70 Haus und der Primärenergiewert wäre zu hoch (selbst mit Solarthermie scheint es nicht zu klappen).

      Die 10kWh Warmwasserverbrauch halte ich für eine defensive Schätzung (leider ist an der alten Ölheizung kein Wärmemengenzähler dran).

      Ergibt sich nicht sogar folgende Rechnung?

      1.1kW Leistung Zelle bei 10kWh benötigte Wärmeleistung/Tag => 9.09 Std Laufzeit/Tag
      Bei 0.7 kW Leistung el => 6.36 kWh/Tag
      2322 kWh/Jahr
      Davon 1393kWh Eigennutzung/Jahr und 929kWh Netzeinspeisung/Jahr

      2826.25 Euro Kosten Wartung
      14500 Euro Kosten Maschine
      0.3 fiktiver Steuersatz der Einkommensteuer
      0.037 Euro/kWh Einspeisung

      390 Euro gesparter Strom / Jahr
      -83 Euro Steuern für geldwerter Vorteil (2322*0.2*0.3)
      34 Euro Netzeinspeisung
      -10 Euro Steuern Netzeinspeisung (34*0.3)
      84 Euro Wartung Rückzahlung (2826.25/10*0.3) in den ersten 10 Jahren
      870 Euro Maschine Abschreibung (14500/5*0.3) in den ersten 5 Jahren

      => Für die ersten 5 Jahre ~1285 Euro "Gewinn", für die nächsten 5 Jahre ~415 Euro und danach 330 Euro?

      "Gewinn" in Anführungsstrichen, da es ja nur um einen Vergleich WP gegen Brennstoffzelle geht...

      Oder mach ich das mit der Steuerberechnung falsch?
      *Edit: Die Sumenbildung am Ende korrigiert... Man sollte Dinge mit negativem Vorzeichen auch wirklich abziehen :) *

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mestapholes ()

    • Wiso ist eine geringe Wärmelast grenzwertig?
      Der Vorteil liegt ja gerade darin, daß die therm Leistung der BSZ auch sehr gering ist, ca 1 kw, (Verhältnis Strom:Wärme fast !1:1)das bekommt man bei 220qm schnell weg. Bitte die Valor nicht mit dem Vitotwin verwechseln (Verhätnis 1:6)
    • Hmmm.

      Bzgl. Regeration, evtl. ist das sowas (nur mal auf die schnelle gegoogelt)?

      Entwicklung einer Befeuchtungseinrichtung für PEM-Brennstoffzellen mit Energierückgewinnung
      Im vorliegenden Projekt werden Möglichkeiten zur Realisierung regenerativen Wassermanagements in PEM-Brennstoffzellensystemen untersucht.
      Die Brennstoffzelle benötigt eine Befeuchtung des zugeführten Luftstromes, um einem Austrocknen der Membran zu verhindern und damit einer Erhöhung des Innenwiderstandes entgegenzuwirken
      ist von : energieagentur.nrw/brennstoffz…fuer_pem-brennstoffzellen

      Auch bzgl. Verhalten bei geringer thermischer Last kann ich nichts konkretes sagen.
      Beide Punkte würden mich aber auch interessieren.

      Ja, die 1,1kW Leistung thermisch ist im Sommer gut für WW (wie gesagt rechne ich da mit min. 10kWh Bedarf). Ab Übergangzseit könnte die Zelle dann durchlaufen.
      Berechnet ist für das Haus ne Spitzenlast von ca 6.5kW thermisch (wobei das ja nur in sehr seltenen Fällen wirklich gebraucht wird). Man wird beobachten müssen wie geschickt das Zuschalten der Brennwerttherme gelöst ist.
    • Moin,

      Mestapholes schrieb:

      Oder mach ich das mit der Steuerberechnung falsch?
      Ich fürchte ja, das macht aber nichts. Wenn Du Dich schon vorab mit dem Steuerkram vertraut machen willst, solltest Du mal die Beiträge im Unterforum "Finanzamt, BAFA & Zoll" durchstöbern. Aber die wesentliche Aussage ist folgende: Der steuerliche "Gewinn" und die daraus resultierende Belastung mit Einkommensteuer ist bei einem Nano-BHKW i. allg. niedriger als die Schätz-Ungenauigkeiten bei den anderen Posten der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Deshalb kannst Du diesen Aspekt im Moment erst einmal getrost beiseite lassen.

      Wichtiger ist aus meiner Sicht die Vergleichbarkeit der Investitionskosten. Die einzig richtige Basis für einen Kostenvergleich WP vs. BHKW ist m.E. der Bruttopreis (d.h. einschließlich Einbaukosten und Umsatzsteuer) abzüglich der jeweiligen Förderung. Bei der Vitovalor muss man m.E. auch die Kosten für den Erdgasanschluss mit einrechnen. (300-400 EUR sind dafür sowieso ein Schnäppchen, bei uns hat das über 2.700 EUR gekostet.)

      Was die angenommenen Werte für die Brennstoffzelle betrifft, hätte ich folgende Anmerkungen:

      1) Der Warmwasserverbrauch für 4 Personen beträgt nach unserer Erfahrung eher 12 kWh als 10 kWh pro Tag. Der Gesamt-Wärmeverbrauch für Dein KfW 70-Haus dürfte damit eher bei 11.000 kWh im Jahr liegen: Das wären 50 kWh pro qm und Jahr und erscheint realistisch.

      2) Die Laufzeit der Brennstoffzelle ist bei Dir mit ca. 3.300 Stunden m.E. sehr konservativ angesetzt. Ich würde das eher wie folgt abschätzen:
      • Während der gesamten Heizperiode (das sind auch in einem KfW 70-Haus bestimmt 200 Tage im Jahr) ist anzunehmen, dass die Brennstoffzelle durchläuft. Nach den technischen Daten erzeugt sie in 48 Stunden ca. 34 kWh Strom. In 200 Tagen wären das 3.400 kWh.
      • Setzt man außerhalb der Heizperiode (165 Tage im Jahr) Deine 6,36 kWh/Tag an, so kommen noch mal 1.050 kWh Strom hinzu.
      • Mit dann insgesamt ca. 4.800 Vollbetriebsstunden würde die Bz etwa 5.280 kWh Wärme im Jahr erzeugen. Das wäre knapp die Hälfte des Wärmebedarfs (11.000 kWh). Der Rest (5.720 kWh) kommt von der eingebauten Spitzenlasttherme.
      • Bei (realistischen) 60% EV-Anteil würden 2.670 kWh Strom selbst verbraucht, 1.780 kWh eingespeist.
      • Der Gasverbrauch liegt bei (4.450+5.280)/0,84 + 5.720/0,98 = 17.420 kWh Erdgas.
      3) Zur KWK-Zulage: Die Sofortauszahlung bringt Dir 1.800 EUR. Rechnest Du dagegen Jahr für Jahr ab, so würden Dir bei 4.450 kWh/a Stromerzeugung und einem EV-Anteil von 60% jedes Jahr ca. 250 EUR ausgezahlt. Über 60.000 Betriebsstunden ergibt das EUR 2.520. Sofern Du nicht gerade Liquiditätsprobleme hast und die 1.800 EUR dringend brauchst, würde ich Dir daher raten die jährliche Abrechnungsweise zu wählen. (Beim Vergleich der Investitionskosten wäre dementsprechend mit 9.300 EUR Förderung zu rechnen, nicht mit 11.100 EUR.)

      Mit diesen Annahmen ergeben sich für die Vitovalor Erdgaskosten (bei 5 ct/kWh plus 110 EUR/a Grundgebühr) von ca. EUR 980. Sonstige Kosten fallen wegen des Vollwartungsvertrages nicht an: Höchstens Kaminkehrer-Prüfgebühr 60 € alle drei Jahre, das wären dann insgesamt 1000 EUR/Jahr.

      Die Vorteile aus der Stromerzeugung errechnen sich wie folgt:
      Eingesparter Strombezug 2.670 kWh * 28 ct/kWh = 748 €
      KWK-Zulage auf EV 2.670 kWh * 4 ct/kWh = 108 €
      Einspeisevergütung 1.780 kWh * 3,7 ct/kWh = 66 €
      KWK-Zulage auf Einspeisung 1.780 kWh * 8 ct/kWh = 142 €
      Energiesteuer-Erstattung 17,42 MWh * 5,5 €/MWh = 96 €
      Summe: 1.160 €

      Du verdienst also mit der Vitovalor (vor Berücksichtigung der Investition) am Strom ca. 160 €/Jahr und hast zudem die Wärme (11.000 kWh/a) kostenlos.

      Eine Sole-WP mit einer JAZ 3,8 (besser ist die angesichts 40% WW-Anteil bestimmt nicht) würde dafür ca. 2.900 kWh Strom verbrauchen. Mit einem gängigen WP-Tarif (22 ct/kWh) kostet das ca. 640 €/Jahr, plus evtl. Wartung/Reparaturen.

      Grob geschätzt liegt also der Vorteil der Brennstoffzelle vor Investition bei ca. 800 EUR im Jahr. Dies kannst Du jetzt mit der Differenz der Investitionskosten (Brutto, einschl. Einbau und USt, bei der BZ einschl. Wartungsvertrag, abzüglich der jeweiligen Förderung) vergleichen: Ich empfehle einen 10-Jahreszeitraum. Gleichmäßige Erhöhungen bei den Energiepreisen würden (wegen des doppelten Hebels beim Strom) einen kleinen Zusatzvorteil für die Brennstoffzelle bedeuten.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Danke für die detaillierte Rechnung. Das spricht ja durchaus für die Brennstoffzelle.

      Habe mal angefangen mich durch das Unterforum zu wühlen. Da wird bestimmt nochmal die ein oder andere Frage aufkommen.

      Für mich hätte ich den obigen naiven Ansatz gewählt, da ich am Montag einen Vertreter von ew energy world bei mir hatte.
      In der Rechnung von denen wurden bei 35% Lohnsteuer eine jährliche Lohnsteuerersparniss von 1200 Euro eingerechnet.
      Und ich hatte den Vertreter so verstanden das es sich eben aus obiger Rechnung so ergibt (wobei diese selbst dann still verschwiegen hätten das nach 5 Jahren der größte Teil davon wegfällt).

      Das Angebot von denen war übrigens ~6000 Euro teurer als meins (dafür aber mit dem 32kw Kessel dabei... Wurde mir als besser als der 19kw Kessel suggeriert. Naja... Wäre sicherlich von Vorteil falls ich mal die Nachbarn im Kernwinter mitversorgen müsste ☺)

      Stöber mal weiter durch die Foren
      Grüsse
      Christian

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mestapholes ()

    • @Mestapholes

      Es gibt keine planbare Einkommensteuererstattung.
      Wenn sich über die Jahre insgesamt eine Erstattung ergeben soll, muss die Anlage insgesamt einen Verlust erzielen.
      Dann ist das Projekt nach steuerlichen Kriterien nicht zur Einkunftserzielung geeignet. Das ist aber der klassische Fall der so genannten "Liebhaberei".
      In dem Fall wird die Anlage bei der Einkommensteuer gar nicht berücksichtigt.

      Die fünf Jahre sind auch nicht erklärbar. Entweder der Vertreter spricht hier auf einmal von der Umsatzsteuer oder er meint die Sonderabschreibung, die bei der Liebhaberei nun kein Thema mehr ist.

      Der Vertreter sollte über seine steuerliche Aussage nochmals nachdenken oder noch besser die Vorteile schriftlich garantieren.

      Viel Spaß
      Rüdiger Quermann
      Steuerberater
      Altes Feld 20
      58313 Herdecke

      fon 02330 74089
      fax 02330 890385
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      Website: steuerberater-quermann.de
      Twitter: twitter.com/steuerberater_q
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    • Danke für die Aufklärung. Macht ja auch Sinn wie Erläutert.
      Die 5 Jahre kamen übrigens von mir, da ich an die 5 Jahre lineare Abschreibung gedacht hatte.
      Das Folgende war bei dem Schreiben "Vorstellung des Top Heizsystems" dabei (leider habe ich nur 6 Seiten der 21 bekommen, so das ich nicht weiss was Erläuterung 12 ist):

      Naja... Für die Bilanzierung zwischen WP und Zelle lasse ich das einfach weg und richte mich nach dem von Sailor Geschriebenen.
      Und sofern die Zelle Einzug bei uns erhält plane ich wohl zumindest eine Steuerberatung im ersten Jahr ein :)

      Grüße
      Christian
    • Moin,

      Mestapholes schrieb:

      Für mich hätte ich den obigen naiven Ansatz gewählt, da ich am Montag einen Vertreter von ew energy world bei mir hatte.
      In der Rechnung von denen wurden bei 35% Lohnsteuer eine jährliche Lohnsteuerersparniss von 1200 Euro eingerechnet.
      ...
      Das Angebot von denen war übrigens ~6000 Euro teurer als meins (dafür aber mit dem 32kw Kessel dabei... Wurde mir als besser als der 19kw Kessel suggeriert. Naja... Wäre sicherlich von Vorteil falls ich mal die Nachbarn im Kernwinter mitversorgen müsste ☺)

      Stöber mal weiter durch die Foren
      Aha...

      Wenn Du durch die Foren stöberst, solltest Du auch mal in der Suchfunktion "energy world" (mit oder ohne "ew") eingeben. Offenbar sind diese Burschen immer noch unterwegs, und was Du berichtest, passt ins Bild - nicht nur der Schwachsinn mit der angeblichen Lohnsteuer-Ersparnis. Ein 32 kW-Kessel zusätzlich zu einer Vitovalor, also 52 kW thermische Leistung für ein KfW70-Haus... da bleibt kein Auge trocken. Der überhöhte Angebotspreis versteht sich da fast schon von selbst.

      Die Geschichte mit den fünf Jahren kommt wohl daher, dass der Vertreter im Verkaufsgespräch die Kleinunternehmer-Regelung bei der Umsatzsteuer mit der Abschreibungsdauer bei der Einkommensteuer verwechselt hat. Kleinigkeit, kann ja mal vorkommen.

      Wie ich schon an anderer Stelle empfohlen habe: Wenn der Vertreter von ew energy world androht noch mal zu kommen, solltest Du vorher Knoblauch über die Eingangstür hängen. Vielleicht hilft's.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Das mit den 5 Jahren kann mir auch passiert sein (da will ich mal den Vetreter in Schutz nehmen).
      Vermutlich weil ich das von den kleinen Abschreibungen aus meine Kleinunternehmen von früher kannte und ich irgendwie versucht habe auf die 1100 Euro aus dem Ausdruck oben zu kommen.

      Habe jetzt die Broschüre ASUE_Leitfaden-Klein-BHKW_2018 überflogen und von daher weiss ich jetzt um die 10 Jahre...

      Allerdings ist ja wohl wie schon geschrieben das größere Problem der Tatbestand der Liebhaberei. Da sich ja wohl in den ersten 10 Jahren bei Abschreibung der Zelle und der Wartungsaufwände kein Gewinn einstellen wird.

      Muss mir das aber noch genauer / in Ruhe durchlesen.

      Der 32kW Kessel würde nicht extra kommen, das wäre ja echt was gewesen :) Bei der Vitovalor ist ja ein Brennwertkessel mit integriert, welchen es in verschiedenen Leistungsstufen gibt. Aber selbst so wäre der vollkommen überdimensioniert.
      Selbst der 19kW in meinem Angebot ist eig. zu groß. Ist aber egal, da die alle gleich weit runtermodulieren können...
      Aber dennoch... Heizlast und Kesselauslegung war nicht so seins.
    • Moment, Du musst mal anders rechnen: Immerhin in Prozenten 117% Einsparung (steht ja so im Bericht)

      Wenn Du also vorher 2000 Euro Kosten hast und dann 117% Einsparung hast, bekommst Du ja 234 Euro raus und hast gar keine Kosten mehr..

      Wenn man jetzt mal annimmt, dass Du für Dein Haus im Monat 1500 Euro/Monat abzahlen muss, solltest Du bei dem ew-Mann 7 Anlagen kaufen... Von dem Geld kannst Du dann Dein Haus abbezahlen....

      Das was Sailor zum Besuch des Vertreters schreibt, ist unzureichend: Zusätzlich zum Knoblauch noch einen Hammer und einen Holzpflock bereithalten und für viel Tageslicht in der Bude sorgen...

      Mestapholes schrieb:

      Selbst der 19kW in meinem Angebot ist eig. zu groß. Ist aber egal, da die alle gleich weit runtermodulieren können...
      Aber dennoch... Heizlast und Kesselauslegung war nicht so seins.
      Frag den doch mal nach seiner Qualifikation. Wer da arbeitet, den hat man vorher bei McDonalds rausgeschmissen...
      Thomas Deus
      -Geschäftsführer-
      Fa. GO BHKW GmbH
      Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
      www.go-bhkw.de
    • Moin Christian,

      Mestapholes schrieb:

      Allerdings ist ja wohl wie schon geschrieben das größere Problem der Tatbestand der Liebhaberei. Da sich ja wohl in den ersten 10 Jahren bei Abschreibung der Zelle und der Wartungsaufwände kein Gewinn einstellen wird.
      Das mit der Liebhaberei muss ja an sich kein Problem sein. Im Gegenteil: Wenn das Finanzamt auf Liebhaberei erkennt, bist Du den Steuerkram insoweit los - da kann ich mir schlimmere Schicksale vorstellen. Und ein privates BHKW als "Steuersparmodell" einzusetzen ist so oder so völlig ausgeschlossen, auch wenn Graf Dracula was anderes behauptet.

      Der steuerliche Gewinn ist die Summe aus Einkünften (Verkaufserlös + Eigenverbrauch + KWK-Zulage + Energiesteuer-Erstattung), abzüglich Aufwand (AfA + Erdgas + Wartung, soweit diese auf die Stromerzeugung entfallen). In Deinem Fall kann man den Aufwand grob mit 15-20 ct/kWh abschätzen. Das wären die "Herstellkosten" des Stroms, und die liegen offensichtlich niedriger als der bei Dir geltende Marktpreis für Strom (28 ct/kWh), aber deutlich höher als der Verkaufserlös (3,7 ct/kWh). Das ist bei BHKW's fast immer so.

      In einem solchen Fall bewertet man den selbst verbrauchten Strom zu Herstellkosten. Und daraus folgt, dass der Eigenverbrauch (egal wie hoch er ist) grundsätzlich weder einen steuerlichen Gewinn noch einen Verlust bewirken kann. Der Verkaufserlös liegt dagegen deutlich niedriger als die Herstellkosten. Gäbe es keine KWK-Zulage und keine Energiesteuer-Erstattung, so wäre ein privat genutztes BHKW also so gut wie immer ein steuerliches Verlustgeschäft und dementsprechend als Liebhaberei einzustufen.

      Die Energiesteuer-Erstattung (bei der Vitovalor nach § 47 Abs.1 Nr. 3 EnergieStG) reicht allein wahrscheinlich nicht aus um die Verluste aus dem Stromverkauf auszugleichen, also hängt das Ganze von der KWK-Zulage ab. Und hier kommen wir zu einem steuerlichen Knackpunkt:
      • Wenn Du die jährliche Abrechnungsweise wählst (was bei Deinen Daten grundsätzlich günstiger wäre), so sind die Einnahmen daraus zu versteuern. In der Summe würde damit jedes Jahr ein kleiner steuerlicher Gewinn entstehen. Die Steuer darauf bewegt sich wahrscheinlich im niedrigen zweistelligen Bereich, aber Liebhaberei wäre dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.
      • Wählst Du dagegen die Einmalzahlung (1800 EUR), so ist diese grundsätzlich im Jahr des Zuflusses zu versteuern. Die entscheidende Frage ist nun, ob stattdessen die Einmalzahlung wie die BAfA-Zuschüsse gemäß R 6.5 Abs. 2 EStR von den Anschaffungskosten abgezogen werden darf. In diesem Fall wäre insoweit nichts zu versteuern und im Gegenzug würde sich die jährliche AfA um 180 EUR vermindern. Ob dann beim Gewinn unterm Strich eine schwarze Null (=keine Liebhaberei) oder eine rote Null (=Liebhaberei) herauskommt, muss man sehen. Ein richtiges Problem hättest Du nur, wenn die Verrechnung gemäß R 6.5 Abs. 2 EStR nicht möglich ist. Dann müsstest Du im ersten Jahr ca. 600 EUR Steuern auf die Einmalzahlung abdrücken und würdest ab dem zweiten Jahr in die Liebhaberei rutschen, könntest also Verluste aus dem Stromverkauf steuerlich nicht geltend machen.
      Ich empfehle also, diese Frage vorab zu klären. Vielleicht weiß ja Rüdiger Quermann was dazu? Falls eine Klärung nicht möglich ist bevor die Entscheidung fällt, solltest Du auf die sichere Seite gehen (die ja zudem finanziell attraktiver ist) und die jährliche Auszahlung der KWK-Zulage wählen. In dem Fall halte ich es - wie gesagt - für unwahrscheinlich, dass Dein BHKW als Liebhaberei eingestuft wird.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

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