Leistungseinbussen und niedrige Stirlingtemp., Reinigung des Stirling nötig?

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    • Leistungseinbussen und niedrige Stirlingtemp., Reinigung des Stirling nötig?

      hallo,
      ich betreibe meinen ecogen seit 3,5 Jahren ohne grössere probleme, habe jetzt aber festgestellt, dass er nicht mehr die volle leistung bringt. je nach betriebszustand kommen die stirlingtemperaturen nur noch auf 380° (ca. 600W el. Leistung) bis 415°(und 720W).
      der brötje kundendienst hat sich das angesehen und einen testlauf aufgezeichnet, nun habe ich von brötje die aussage bekommen, dass eine reinigung des stirling (>1000€!!) nötig ist, um wieder auf höhere temperaturen und leistungen zu kommen.
      hat jemand ähnliche erfahrungen?
      eine auswertung meiner abgelesenen stichtagswerte ergibt eine fallende leistung seit okt. '16 (gerät war da genau 2 jahre alt)

      30.06.2016248260953
      31.07.20167072972
      31.08.20168488954
      30.09.20165154944
      31.10.2016182201905
      30.11.2016258292883
      31.12.2016310351883
      31.01.2017424485874
      28.02.2017269316851
      31.03.2017230271848
      30.04.2017187220850
      31.05.2017126145868
      30.06.20177485870
      31.07.20177687873
      31.08.20177791846
      30.09.201797114850
      31.10.2017138163846
      30.11.2017250308811
      31.12.2017366474772
      31.01.2018123159773
    • Moin,

      stberger schrieb:

      hat jemand ähnliche erfahrungen?
      Von der "Reinigung" eines Stirlingmotors war hier im Forum noch nie die Rede. Ich meine damit den mit Helium gefüllten Microgen-Stirling, der neben Viessmann-, Remeha- und Senertec-Geräten auch im Brötje-Ecogen verbaut ist. Für den mit Stickstoff gefüllten WhisperGen-Stirling gilt das nicht, aber Du redest doch (ungeachtet Deiner Signatur) vom Brötje Ecogen, richtig?

      Sofern Du nicht etwas missverstanden hast (bist Du sicher, dass nicht von der Reinigung des Ringbrenners die Rede war, siehe unten?), überkommt mich das ungute Gefühl, dass Dir hier jemand mit wenig Ahnung einen vom Pferd erzählt hat. Dass dieser Jemand auch noch vom Brötje-Kundendienst war, macht die Sache nicht gerade besser. Der Stirling ist voll gekapselt, also KANN da gar kein Dreck reinkommen, den man mit einer Reinigung entfernen könnte. Eine Leistungsminderung kann natürlich daran liegen, dass der Stirling schlicht und einfach defekt ist. In dem Fall braucht es keine "Reinigung", sondern einen neuen Stirlingmotor.

      Aber in Deinem Fall deutet alles darauf hin, dass die Leistungsminderung mit dem Stirlingmotor selbst gar nichts zu tun hat. Wenn die Stirling(kopf)temperatur so niedrig ist wie Du schreibst, kann auch der beste Stirling nicht die volle Leistung bringen. Die Ursache für Dein Problem ist ohne Zweifel eine zu niedrige Stirlingkopftemperatur. Es bleibt die Frage zu klären, woran das liegt.

      Unser Handbuch empfiehlt bei zu niedriger Stirlingkopftemperatur folgende Überprüfungen:
      • Thermoelemente einschl. zugehöriger Kabel und Steckverbindungen
      • Federlänge (wir wissen zumindest von einem Brötje-Gerät, wo dies die Ursache für eine Leistungsminderung war)
      • Funktion der Regelungs-Leiterplatte.
      Jetzt sollte man natürlich davon ausgehen, dass der Brötje-Kundendienst diese Prüfungen durchgeführt hat. Wobei: Wenn jemand von der "Reinigung" eines Stirlingmotors redet, kann man auch sonst eigentlich kaum etwas ausschließen...

      Aber angenommen die Prüfungen wurden durchgeführt und haben nichts ergeben, dann könnte ich mir noch vorstellen, dass bei Deinem Gerät der Ringbrenner schwächelt. Der kann nun – im Gegensatz zum Stirlingmotor – durchaus verunreinigt sein: Das würde bedeuten, dass an einigen Stellen die Flamme nicht so ist wie sie sein sollte, und dass dies zu einer unzureichenden Erhitzung des Stirlingkopfes führt. Jedenfalls gab es öfter Berichte hier im Forum, dass Leistungsminderungen des Stirling durch Auswechseln des Ringbrenners behoben wurden.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

    • hallo sailor,
      danke für deine antwort, du lagst richtig: ich habe heute mit brötje direkt gesprochen, es ist eine reinigung des stirling-brenners nötig. laut brötje ist dies eine "normale" wartung ca. alle 4 jahre.
      dass die so teuer ist, liegt wohl daran, dass man dafür das gerät fast komplett auseinandernehmen muss und da der stirling so schwer ist dafür auch 2 leute braucht!!
      das kann mir doch keiner erzählen, dass dies eine normale wartung sein soll ??? ich habe mir auch mal das wartungshandbuch vom WGS20 durchgelesen, da finde ich nichts von der reinigung des ringbrenners. nach 4 jahren ist da die wartung B fällig, das ist die reinigung des zusatzbrenners und der tausch der zünd/ionisationselektroden.

      es steht sogar explizit im handbuch:
      Hinweis:Es ist nicht erforderlich, eine Wartung des Stirlingmotors/Stirlingbrenners durchzuführen. Bei Zweifel über die Funktion dieses Brenners wenden Sie sich bitte an den BDR-WerkService.

      sind alle stirling-bhkws so wartungsintensiv? dann möchte ich mal eine wirtschaftlichkeitsberechnung sehen, die schwarze zahlen schreibt!!
    • stberger schrieb:

      sind alle stirling-bhkws so wartungsintensiv?
      Also in unserem Handbuch steht nichts von einer Reinigung des Ringbrenners, schon gar nicht als routinemäßiger Wartungsvorgang (in Deinem ja offenbar auch nicht).

      Unabhängig davon war hier im Forum schon von anderen Stirlinggeräten die Rede, bei denen der Ringbrenner ausgetauscht werden musste. Bei Viessmann ist das in den ersten fünf Jahren auf Garantie geschehen, also kann es sich dabei kaum um routinemäßigen Verschleiß gehandelt haben. Was dann jeweils genau die Ursache war, wurde hier nicht bekannt gegeben. Ich hatte aber bisher nicht den Eindruck, dass es einen Zusammenhang zwischen der Laufzeit der Geräte und ggf. zunehmenden Defekten am Ringbrenner gegeben hat.

      Kann natürlich sein, dass Du einfach Pech hast. Ich war letztes Mal dabei als der Heizungsbauer bei uns den Zusatzbrenner gereinigt hat. Da lagen etliche farblose Brösel (also "Asche") unten im Wärmetauscher, die wir mit Bürste und Staubsauger entfernt haben. Ob dieses Material ursprünglich aus dem Erdgas oder aus der Zuluft kam weiß ich nicht, aber offenbar ist es möglich, dass irgendwelche Feststoffe ihren Weg in den Verbrennungsraum finden. (Es gibt offenbar nichts, was es nicht gibt: Bei der gleichen Wartung kam im Kondensat-Siphon eine tote Wespe zu Tage!) Dem Wärmetauscher ist das egal, aber wenn solche Brösel auch in den Ringbrenner gelangen, kann ich mir schon vorstellen, dass da - wenn es blöd kommt - auf Dauer irgendwas verstopft.
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