Frage zur "Einschaltoptimierung" (789): Was bringt das?

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    • Frage zur "Einschaltoptimierung" (789): Was bringt das?

      Das habe ich noch nicht geblickt.
      Bezieht sich das auf den Heizbetrieb? Oder auch auf TWW?
      Bei mir geht dann auch die Heizkreispumpe früher an.
      Ist das normal?
      Viessmann Vitotwin 300W an 340-M (950)
      Mercedes (Panasonic) Akku (5.0) an SI 3.0
      5 kwp REC (südost) an SB 4.0
      1.8 kwp SOLARTRON (südwest) an SB 1.5
    • Moin,

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Bezieht sich das auf den Heizbetrieb? Oder auch auf TWW?
      Die Einschaltoptimierung bezieht sich ausschließlich auf den Heizbetrieb, und zwar während der Reduziertzeit.

      Das Einschalten der Brenner ist grundsätzlich abhängig von den Temperaturen im Pufferspeicher. Ausgangsgröße ist dabei der "Sollwert Heizwasservorlauf". Durch Addition der Differenztemperatur (TB, unter Code 830 einstellbar) ergibt sich daraus der Temperatur-Sollwert im Heizwasser-Pufferspeicher.

      Während der Reduziert-Zeit (z.B. Werkseinstellung 22:00h-06:00h) wird von der Regelung eine niedrigere Vorlauftemperatur vorgegeben. Weil der Wert TB unverändert bleibt, bedeutet dies automatisch, dass dadurch auch der Temperatur-Sollwert im Pufferspeicher um den gleichen Betrag absinkt. Die Einschalt-Optimierung bewirkt dagegen - wenn bzw. solange sie greift - dass der Temperatur-Sollwert im Pufferspeicher auch während der Reduziertzeit auf dem Wert gehalten wird, der bei entsprechender Außentemperatur für den Normalbetrieb gelten würde. Ziel ist, den Stirling in der Reduziertzeit rechtzeitig vorarbeiten zu lassen, damit beim Übergang auf Normalbetrieb der Pufferspeicher gefüllt ist und nach Möglichkeit nicht der Zusatzbrenner anspringt.

      Beispiel: Heizkurve 1,0; gemischte Außentemperatur 0°C; TB sei 8 K. Im Normalbetrieb wäre dann die VLT = 40°C, die Pufferspeicher-Solltemperatur = 48°C. Wenn im Reduziertbetrieb die VL-Solltemperatur - sagen wir - nur 32°C beträgt, entspricht dem eine Pufferspeichertemperatur von 40°C. Der Stirling würde sich dann erst einschalten, wenn die Puffertemperatur unter 35°C sinkt - also möglicherweise während der Reduziertzeit gar nicht. Beim morgendlichen Umschalten auf Normalbetrieb geht die Solltemperatur mit einem Schlag wieder auf 48°C hoch: Wenn dann die Temperatur im Pufferspeicher unter 38°C liegt, springen sofort beide Brenner an.

      Mit der Einschaltoptimierung (Code 789) und der Werkseinstellung 240 Minuten geht in dem Beispiel die Pufferspeicher-Solltemperatur bereits (frühestens) um 02:00h wieder auf 48°C. Der Stirling würde dann schon in der Nacht bei Puffertemperaturen unter 43°C anspringen, den Puffer bei geringer Wärmeentnahme laden und so dafür sorgen, dass die Umstellung auf Normalbetrieb (mit dann schlagartig höherem Wärmebedarf) möglichst mit einem auf Solltemperatur gefüllten Pufferspeicher stattfindet. Die "lernende Regelung" soll bewirken, dass dieses Anspringen flexibel und nicht zu früh stattfindet: Ideal wäre, wenn bei allen Außentemperaturen die Solltemperatur im Puffer (bei der sich der Stirling abschalten würde) bei Umstellen auf Normalbetrieb annähernd erreicht wird. Auf diese Weise wird die Laufzeit des Stirling maximiert und die des Zusatzbrenners minimiert: Letzerer schaltet sich dann erst dazu, wenn der um 06:00h voll geladene Puffer irgendwann am Vormittag um 10 K abgekühlt ist - unter Umständen, z.B. in der Übergangszeit, auch gar nicht.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Bei mir geht dann auch die Heizkreispumpe früher an.
      Ist das normal?
      Ob die Heizkreispumpe während der Reduziertzeit läuft, sollte eigentlich vom Wärmebedarf des Hauses abhängen und nicht davon, welche Einschaltoptimierung eingestellt ist.

      Bei uns ist jedenfalls unter Code 789 der Maximalwert 480 Minuten eingestellt, d.h. die Einschaltoptimierung ist potentiell die ganze Nacht eingeschaltet. Trotzdem geht unsere "intelligente" Heizpumpe bei Umschalten auf Reduziertzeit aus. In der Übergangszeit bleibt sie dann auch erstmal aus (jedenfalls bis ich ins Bett gehe), bei kalten Temperaturen geht sie dagegen schon nach ein paar Minuten wieder an. Nach welchen Parametern genau sich das Wiederanspringen der HP richtet, weiß ich nicht.

      Vor etwa zwei Jahren gab es in einem anderen Thread eine Diskussion zu diesem Thema. Jemand aus dem Forum (ich habe vergessen wer) hat damals herausgefunden, dass sich das Verhalten "intelligenter" Heizpumpen (z.B. Wilo oder Grundfos) am Vitotwin nach der Einstellung unter "Schnellabsenkung" (Menü "Heizkreis", Code 780 in F2) richtet. Unter der Werkseinstellung "Bis Reduziertsollwert" bleibt die Pumpe in der Reduziertzeit ganz bzw. länger aus als wenn hier "Aus" eingestellt ist. Voraussetzung ist, dass an der Pumpe selbst die Nachtabsenkungs-Funktion aktiviert ist: Bei unserer Grundfos-Pumpe ist das ein Schaltfeld mit Mond- und Sonne-Symbol.

      Vermutlich (ich hab's nicht ausprobiert) kann man das Einschalten einer "intelligenten" Pumpe in der Reduziertzeit vollständig verhindern, wenn man unter Code 780 die Einstellung "Bis Frostschutzsollwert" wählt. So direkt raten würde ich Dir das allerdings nicht: Bei einem sehr gut isolierten Haus ist das vielleicht ohne Komfortverlust machbar, allerdings wäre dort auch der Einspareffekt der Nachtabsenkung an sich sehr mager. Bei weniger guter Isolierung ist die Energieeinsparung höher, aber dann muss man damit rechnen, dass man im Winter - bei nachts ausgeschalteter Pumpe - vor allem morgens friert. Natürlich kann man die Einstellung jeweils z.B. zum 1.11. und wieder zum 1.3. ändern, aber ich halte die dadurch erreichbare Einsparung für so gering, dass man sich darüber nicht verkrampfen sollte.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sailor773 ()

    • ok, dann habe ich das dem Grunde nach schon richtig verstanden gehabt. Ich muss das jetzt mal mit mehr Verstand beobachten. In der Zusammenschau mit der Beantwortung meiner Frage nach der ominösen Mischerüerhöhung (830) blicke ich nun auch besser was bei der '789' los ist bzw los sein sollte. Danke.
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