Verständnisproblem: Maximal mögliche Heizkreis Vorlauftemperatur im Stirlingbetrieb?

    • Verständnisproblem: Maximal mögliche Heizkreis Vorlauftemperatur im Stirlingbetrieb?

      An anderer Stelle wurde von Sailor erwähnt, dass der Stirling bei ~60°, die er als Rücklauf zu sich zurückbekommt, abregelt bzw. sich notausschaltet.

      Heißt das im Umkehrschluss, dass im reinen Stirlingbetrieb keine Heizkreisvorläufe von >55° bei uns drin sind?!

      (Bei uns geht die Wärme des Stirings über einen eigentlich für Solarthermie vorgesehenen Wendel im unteren Bereich des Puffers ins Heizwasser. Dieses wird dann etwa in der Mitte des Puffers vom HeizungsVL abgenommen und kommt etwas darunter dann als RL vom Heizkreis zurück.)

      Und: Der Zusatzbrenner knallt seine Wärme im Bedarfsfall ja dann in den gleichen kleinen Wendelkreislauf noch dazu, das heißt der Stirling stoppt dann demnach aus thermischen Gründen?!

      Der Heizkreisrücklauf sollte dank hydraulischem Abgleich ja dann permanent um die 30-40° liegen, denke ich.

      Die Frage stellt sich jetzt im Spätsommer noch nicht praktisch, aber ich wollte trotzdem die Zusammenhänge vorher mal theoretisch verstehen, um nicht überrascht zu werden.

      Danke euch
      Viessmann Vitotwin 300W an 340-M (950)
      Mercedes (Panasonic) Akku (5.0) an SI 3.0
      5 kwp REC (südost) an SB 4.0
      1.8 kwp SOLARTRON (südwest) an SB 1.5
    • Moin,

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Heißt das im Umkehrschluss, dass im reinen Stirlingbetrieb keine Heizkreisvorläufe von >55° bei uns drin sind?!
      Grundsätzlich nein. Die üblichen Radiatorenheizungen sind (bei Nenntemperatur, also minus 16°C) auf Vorlauftemperaturen (VLT) von 70°C und zugehörige Rücklauftemperaturen (RLT) von 50°C ausgelegt. Letzteres geht zwar auf den Wirkungsgrad (weitgehender Verlust des Brennwert-Effektes) aber wäre noch weit im Toleranzbereich des Stirling. Das sollte in der Realität auch zu schaffen sein, erst recht wenn man (wie für die Förderung erforderlich) einen hydraulischen Abgleich gemacht hat: Dadurch wird die Spreizung in den Heizkörpern tendenziell erhöht, d.h. bei gegebener VLT geht die RLT zurück.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      (Bei uns geht die Wärme des Stirings über einen eigentlich für Solarthermie vorgesehenen Wendel im unteren Bereich des Puffers ins Heizwasser. Dieses wird dann etwa in der Mitte des Puffers vom HeizungsVL abgenommen und kommt etwas darunter dann als RL vom Heizkreis zurück.)
      Ein zwischengeschalteter Wärmetauscher kann ein Problem sein: Weil unterhalb einer Temperaturdifferenz von 5-10 K praktisch kein Wärmeübergang mehr stattfindet, ist die Kessel-RLT am Ende des WT stets ein paar Grad höher als die Speichertemperatur. Angenommen letztere liegt bei -16°C um 50°C: Dann wäre es möglich, dass die Kessel-RLT am Ende des Wärmetauschers (und nur diese ist maßgeblich) tatsächlich 60°C erreicht und zum Abschalten des Stirling führt.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Und: Der Zusatzbrenner knallt seine Wärme im Bedarfsfall ja dann in den gleichen kleinen Wendelkreislauf noch dazu, das heißt der Stirling stoppt dann demnach aus thermischen Gründen?!
      Der Zusatzbrenner erwärmt nur das vom Stirling vorgewärmte Wasser weiter und erhöht so die (Kessel-)Vorlauftemperatur. Auf die (Kessel-)Rücklauftemperatur hat das zunächst mal keinen Einfluss. Letztere wird beeinflusst durch die Temperatur des umliegenden Wassers, die Leistungsfähigkeit des Wärmetauschers und den Durchsatz (Pumpendrehzahl: Je langsamer, desto mehr Abkühlung im WT). Ich halte es aus den o.g. Gründen für möglich, dass mit WT ein thermischer Stopp des Stirling bei sehr kalten Außentemperaturen vorkommt, aber nur wenn eine 70/50-Heizkurve eingestellt ist (1,5 oder höher) und die RLT sich in der Praxis auch so einstellt.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Der Heizkreisrücklauf sollte dank hydraulischem Abgleich ja dann permanent um die 30-40° liegen, denke ich.
      Wenn das bei Dir so ist, dann sollte eine thermische Abschaltung des Stirling praktisch ausgeschlossen sein. Dein Vitotwin hängt ja an dem für Solarthermie vorgesehenen WT. Der ist nicht so schlecht, und daher dürften Kessel-RLT oberhalb 50°C auch bei extremer Kälte nicht vorkommen.

      Aber um einen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit des WT bzw. die unter Deinen Bedingungen vorkommenden Temperaturdifferenzen zu bekommen, könntest Du mal bei der Warmwasserbereitung die Kessel-RLT messen (Diagnose Erzeuger, Code 8314 in F2) und mit der Speichertemperatur unten vergleichen (Diagnose Verbraucher, "Pufferspeichertemperatur 2": Code 8982 in F1 - falls bei Dir die Fühler richtig sitzen).

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)