Finanzamt: 10% Nachweis gefordert

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    • Finanzamt: 10% Nachweis gefordert

      Das Finanzamt wird wohl einen Nachweis darüber fordern, dass wir mindestens 10% der Gesamtenergie (?) verkaufen, um die Vorsteuer zurückerstattet zu bekommen. So habe ich das verstanden.
      (Eine Komplikation jagd derzeit die nächste. Ich kämpfe derzeit schon um einen Heizungsoptimierungszuschuss, der mir von der BAFA nicht gewährt wurde.)

      Ich versuche sachlich zu bleiben.

      Was sagt Eure Erfahrung: Wie wahrscheinlich wird mir die 10% Forderung des FA die Vorsteuerrückerstattung zerhageln? Ich habe keine Erfahrungswerte, da die Anlage erst im Mai ans Netz ging.

      EFH Bj75 ungedämmt, 6 Personen, geschätzter Wärmebedarf 150-200 kwh/m² -> 50-60tkwh Jahressumme, hydrauischer Abgleich durchgeführt. PV mit 5,5kwpeak und kleiner Akku mit 2,5kwh.


      Danke Euch. Es ist echt krass, wie kompliziert momentan alles zu sein scheint.
      Viessmann Vitotwin 300W an 340-M (950)
      Mercedes (Panasonic) Akku (5.0) an SI 3.0
      5 kwp REC (südost) an SB 4.0
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    • Moin,

      erste Regel beim Umgang mit dem Finanzamt: DON'T PANIC!

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Wie wahrscheinlich wird mir die 10% Forderung des FA die Vorsteuerrückerstattung zerhageln?
      Unwahrscheinlich, vorausgesetzt Du kannst dem Finanzamt nachweisen bzw. plausibel machen, dass Dein Vitotwin einschließlich Zusatzbrenner (!) mindestens 10% der insgesamt abgegebenen Energie in Form von Strom erzeugt. Als Nachweis kommt hierfür in Frage der geeichte Stromzähler und der im Vitotwin ebenfalls eingebaute Wärmezähler (Diagnose Verbraucher, Code 8346 und 8347 in F1: Werte für Heizung und TWW sind zu addieren). Da beim Stirling allein der Stromanteil bei 14-15% liegt, sollte der Nachweis für Mai bis heute kein Problem sein: Wenn aber der Finanzbeamte zumindest ansatzweise von BHKW's was versteht könnte es sein, dass er vor einer endgültigen Festlegung die Werte eines ganzen Jahres sehen will. (Bei uns ist der Stromanteil nur im kalten Januar 2017 mal unter 10% gefallen, im Jahresdurchschnitt war er bislang immer deutlich drüber.)

      Wieviel Du von dem Strom selbst verbraucht hast ist irrelevant, da umsatzsteuerlich für den gesamten erzeugten Strom die fiktive Volleinspeisung gilt: Und damit gilt der gesamte erzeugte Strom automatisch als unternehmerisch genutzt.

      Das Ganze ist in einem BMF-Schreiben vom 19.09.14 so festgelegt (KWK-Regelungen ab Seite 7), das ich einmal mehr in diesem Forum (gefühlt zum zehnten Mal) hier als Datei anhänge. Nur für den Fall, dass Dein Finanzbeamter das Schreiben nicht kennt... :rtfm:

      Gruß, Sailor
      Dateien
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Moin,

      ich will Euch nicht verwirren aber es gab im März einen Beitrag in der Infothek, im letzten Absatz wird darauf hingewiesen das Liebhaberei nicht ausgeschlossen werden kann.

      bhkw-infothek.de/nachrichten/2…bei-blockheizkraftwerken/
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    • Moin,

      Danke für Deinen Hinweis: Urteil und Kommentar kannte ich noch nicht, aber so schlecht sieht das doch gar nicht aus. So wie ich den zitierten Kommentar verstehe, können daraus zwei Dinge abgeleitet werden:

      1) soll nach dem dort zitierten Urteil der Strom umsatzsteuerlich ggf. höher bewertet werden als die Wärme. Dann wäre der Stromanteil in % jedenfalls höher als sich aus der reinen "kWh=kWh" Methode ergibt. Das Prinzip der fiktiven Volleinspeisung wird aber nicht in Frage gestellt, d.h. der (nun höhere) Stromanteil zählt immer noch zu 100% als unternehmerisch genutzt. Daraus folgt, dass in diesem Fall das Überschreiten der 10%-Grenze jedenfalls leichter wird und nicht schwerer.

      2) Richtig, eine Einstufung als Liebhaberei ist nun evtl. eher möglich. Aber das bedeutet ja nur, dass eine Absicht zur Gewinnerzielung fehlt und Verluste aus dem BHKW einkommensteuerlich unbeachtlich werden. Zur Umsatzsteuer bei Liebhaberei hat das BMF folgendes festgestellt:

      BMF schrieb:

      BMF 14.07.2000 IV D 1 S 7303 a 5/00, NWB /2000
      Umsatzsteuer; Liebhaberei
      Zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Tätigkeiten, die ertragsteuerlich als Liebhaberei anzusehen sind, hat das BMF mit Schr. v. 14. 7. 2000 - IV D 1 - S 7303a - 5/00 wie folgt Stellung genommen: Nach § 2 Abs. 1 Satz 3 UStG ist gewerblich oder beruflich - als Voraussetzung für die Unternehmereigenschaft - jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht fehlt, Gewinn zu erzielen. Wenn Nachhaltigkeit gegeben ist (vgl. Abschn. 18 Abs. 2 UStR), kann nach geltendem Recht die Unternehmereigenschaft somit auch durch eine - aufgrund von Dauerverlusten - ertragsteuerlich als Liebhaberei eingestufte Tätigkeit erlangt werden.
      Der Artikel ist länger, aber der Rest hat m.E. keine Bedeutung für ein BHKW. Allerdings ist das BMF-Schreiben inzwischen 17 Jahre alt, aber abweichende neuere Quellen habe ich nicht gefunden.

      Fazit:
      • M.E. ist - falls das Finanzamt sich auf das o.g. Urteil berufen sollte - die Überschreitung der 10%-Grenze und damit die USt-Erstattung mit dem Urteil leichter als ohne. Sofern aber die Betriebsdaten kWh für kWh die 10% nicht hergeben, würde ich als Betreiber nicht von mir aus probieren, mit Hilfe des o.g. Urteils eine USt-Erstattung durchzusetzen. Sowas ist nichts für Anfänger, insbesondere wenn man daneben noch was anderes zu tun hat.
      • Bei der umsatzsteuerlichen Bewertung von Strom und Wärme (die durch das zitierte Urteil weiß Gott nicht vereinfacht wird) würde ich mich immer noch an das BMF-Schreiben vom 19.9.14 halten. Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass das FA eine nach den dort niedergelegten Kriterien erstellte USt-Erklärung ablehnt (die Leute haben vermutlich Wichtigeres zu tun als sich wegen ein paar Kröten mit dem BMF anzulegen).
      • Sofern das FA beim BHKW einkommensteuerlich auf Liebhaberei erkennt, kann man das m.E. gelassen hinnehmen. Zumindest spart man sich dann die entsprechenden Angaben in der ESt-Erklärung. Ein evtl. einmaliger Verlust wegen einer Umsatzsteuerzahlung im Anschaffungsjahr des BHKW bedeutet aber jedenfalls noch keine Liebhaberei, zumal er i.d.R. im darauffolgenden Jahr durch einen entsprechenden Gewinn (aus der USt-Erstattung) ausgeglichen wird.
      Gruß, Sailor
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    • sailor773 schrieb:

      Diagnose Verbraucher, Code 8346 und 8347 in F1
      (Evtl. eine kleine Korrektur für Mitlesende: Die beiden Codes sind unter Diagnose 'Erzeuger' in der Fachmann-Ebene.)



      sailor773 schrieb:

      Da beim Stirling allein der Stromanteil bei 14-15% liegt, sollte der Nachweis für Mai bis heute kein Problem sein:
      Es ist zum bekloppt werden: Die Inbetriebnahme des Stirling durch Viessmann hat seinerzeit auf sich warten lassen. Der Zusatzbrenner (Brennwerttherme) lief davor etliche Wochen als einzige Wärmequelle. Daher sieht es jetzt so aus:

      8346: 3,27 MWh th (insgesamt abgegebene Wärmemenge fürs Heizen: Stirling + Zusatzbrenner)

      8347: 0,27 MWh th (insgesamt abgegebene Wärmemenge fürs Trinkwasser: Stirling + Zusatzbrenner)

      bei
      8204: 76 kWh el

      Kann ich Stichtagsdifferenzwerte anzeigen lassen, also "ab Inbetriebnahme"? bzw. kann ich irgendwo im Menü ein "Zählwerk" o.ä. auf Null stellen, um dem FA-Beamten das ganze ab jetzt bzw. ab dem Inbetriebnahmedatum des Stirling (Anfang Mai) darzulegen?

      Oder einen "Reset" von Differenzwerten, ähnlich des Prinzips eines Tageskilometerzählers im Auto?

      Bevor sich da keine passenden Werte rauskitzeln lassen, brauche ich gar nicht über die nächsten Züge nachzudenken...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bhkwaermepumptaik () aus folgendem Grund: Werte besser erläutert

    • @sailor773

      Deinem Fazit möchte ich zustimmen, habe aber für eine Frage bzw. Konstellation noch keine rechte Antwort gefunden.

      Was ist wenn sich Liebhaberei abzeichnet ( dauerhaft Ausgaben > Einnahmen ) aber nicht zur KUR optiert wurde??? Es müsste dann weiterhin Jährlich eine USt-Erklärung abgegeben werden welche vom FA mit USt.-Erstattung beschieden würde, trotzdem blieben diese Einnahmen bei der ESt.-Erklärung ohne Steuer erhöhende Wirkung ?!

      Ich kann mir das nicht recht vorstellen sondern würde vermuten das dem FA eine Möglichkeit gegeben ist in obigem Fall die KUR zu "verordnen" oder ??


      @bhkwaermepumptaik

      Am besten argumentiert es sich mit der ersten Jahresabrechnung des VNB in der Hand. Im übrigen sollte der Vito doch zumindest einen Betriebsstundenzähler für den Stirlingbrenner haben ?!

      mfg
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    • alikante schrieb:

      Im übrigen sollte der Vito doch zumindest einen Betriebsstundenzähler für den Stirlingbrenner haben ?!
      Yes.
      Stirling: 92h bei 75 Starts
      Zusatzbrenner: 244h bei bei 529 Starts

      Aber ich blicke nicht, was das hilft.
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    • bhkwaermepumptaik schrieb:

      Es geht um Stirling+Zusatzbrenner
      genau deshalb muß die Zeit in der exclusiv der Zusatzbrenner lief ausgeklammert werden!!

      Es geht geht also aktuell ( worst case fürs FA ) nur um 92h Stirlinglaufzeit zu denen aber keine Zusatzbrennerlaufzeit zugeordnet werden kann. Oder ? Alternativ könnte man noch mit dem Gasverbrauch seit Inbetriebsetzung des Stirlingbrenners argumentieren - oder hast Du dazu keine Aufzeichnungen ?

      mfg
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    • alikante schrieb:

      genau deshalb muß die Zeit in der exclusiv der Zusatzbrenner lief ausgeklammert werden!!
      Ballstopp.

      Geht es dem FA nur um den BHKW-Teil, sprich Stirling?! Ich hatte es so verstanden, dass es gerade eben paradoxer Weise um die Gesamtwärmemenge der Gesamtanlage geht, von der der verstromte Energieanteil (egal ob eingespeist oder selbst verbraucht) mindestens 10% betragen muss?

      Somit liegt doch bei meiner Affenschaukel hier die Krux darin, dass der Zusatzbrenner wochenlang alleine lief und somit das Verhältnis zerschießt. ;-_


      Mein Zwischenfazit: Ich muss die momentanen Ist-Werte notieren und dann irgendwann die Differenz bilden, wenn es sinnvoll erscheit.

      Momentan läuft der Stirling sporadisch nur nachts ab und an, um das TW zu erwärmen und den Akku hochzutätscheln, sodass wir geschmeidig autark über die Nacht kommen. (Das hat zwar einen gewissen Unterhaltungswert abends auf der Couch vorm Diagramm, zieht aber abrechnungsmäßig keine Scheibe Wurst vom Brot.)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von bhkwaermepumptaik ()

    • Genau, ganz kurz durchatmen und lesen/verstehen . Dem FA geht es darum das Gerät als ganzes entweder Betrieblich oder Privat einordnen zu können

      Du schreibst von Problemen am Gerät die verhindert haben das der Stirlingbrenner zugeschaltet werden konnte. Diese Zeit in der das BHKW nicht als solches genutzt werden konnte darf m.M. nicht betrachtet werden - das muß dem FA so kommuniziert werden.
      Erst ab dem Zeitpunkt als Strom+Wärme hergestellt wurden darf die Betrachtung beginnen, denn erst hier hat sich der "Sollzustand" eingestellt. Du hast nun gegenüber dem FA die Beweislast, je nachdem wie hartleibig das FA Deiner Argumentation folgt könnte auch ein Protokoll des Heizungsbauers/Werkskundendienstes nützlich sein aus dem zb. Betriebsstunden oder Zählerstände beim eintreten des "Sollzustandes" dokumentiert sind.

      In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal auf den "Leitfaden zur Anmeldung und steuerlichen Behandlung von kleinen BHKW" der ASUE hinweisen in dem die Zusammenhänge sehr gut erklärt werden.

      asue.de/blockheizkraftwerke/praxisleitfaden

      Soweit ich weiss hat der Verein für seine Mitglieder einige Exemplare parat.
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    • Hallo zusammen,

      erstmal muss ich sagen, dass ich froh bin dieses Forum gefunden zu haben. Ich hoffe, dass ich hier die eine oder andere Hilfestellung zu diesen komplexen Thema bekommen kann. Dafür schon mal ein großes DANKE SCHÖN!

      Ich darf mich dem Threadersteller anschliessen, da ich genau das gleiche Problem habe mit dieser 10% Regelung.
      Ich schilder mal kurz meine Geschichte:
      Im Februar diesen Jahres Installation meines BHKW, eine Remeha eVita 28c. Zeitgleich habe ich eine PV-Anlage auf meinen Dach mit einer Leistung von 3,5 kwp. Ich sollte noch erwähnen, das die Installation durch 2 verschiedene Firmen erfolgte und ich beide Firmen jeweils darüber informiert habe was ich vorhabe.

      Soweit so gut. Abgesehen von den technischen Problemen (geeignetes Messtellenkonzept) kam nun noch die Erstattung der Umsatzsteuer des BHKW. Ich habe, wie es auch sein muss, einen Antrag bei unseren zuständigen Finanzamt gestellt. Ich bekam auch zeitnah Bescheid und auch eine neue Steuernummer. Ebenfalls habe ich mir den Online Zugang Elster besorgt. Eine nette Sachbearbeiterin beim Finanzamt hatte mir aber geraten für meine erste Umsatzsteuererklärung einen Steuerberater aufzusuchen. Gesagt, getan!

      Nun ist mein Steuerberater zu dem Ergebnis gekommen, das ich keine 10 % gewerblich einspeise und somit keine Umsatzsteuerrückerstattung in Frage kommt........!!??? Ich habe dem Steuerberater dann nach Rücksprache mit der Firma (bitte haut nicht auf mich ein......es ist die Firma EnergyWorld.... ;( ) die hier schon von sailor773 erwähnte Ausführung zur umsatzsteuerliche Behandlung von PV-Anlagen und BHKW zukommen lassen. Leider bis heute keine weitere Reaktion seitens des Steuerberaters....

      Meine Frage an Eiuch wäre ob die Erstellung der ersten Umsatzsteuervoranmeldung zu schwierig ist und ich es selber machen könnte?

      Danke für Eure Meinungen....

      Schönes Wochenende
      Ole
    • Moin Ole,

      ist der Steuerberater schon länger für Dich tätig oder war das Eure erste Begegnung? Ich meine er hat als Dienstleister nichts davon sich tot zu stellen dann dann bekommt er auch kein Geld von dir. Also nochmal nachhacken oder besser gleich nen Termin zum erörtern der offenen Fragen machen.

      Das die 10% Klausel nicht auf den eingespeisten Strom abstellt sondern nach aktueller Rechtslage das Verhältnis von produziertem (KWK)Strom zu Wärme angenommen wird ist ja soweit klar ?!

      mfg
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    • Moin @alikante,

      meine Einkommensteuerklärungen habe ich sonst immer von einen Lohnsteuerberatungsverein erledigen lassen. Aufgrund aber meiner Eigenschaft als "Unternehmer" dürfen die das nicht mehr. Es war also mein erster Kontakt mit dem Sterberater.

      Grüße
      Ole

      P.S.: Ich vermute, der Steuerberater hat Schwierigkeiten mit dem Verhältnis Strom/Wärme.....
    • bhkwaermepumptaik schrieb:

      (Evtl. eine kleine Korrektur für Mitlesende: Die beiden Codes sind unter Diagnose 'Erzeuger' in der Fachmann-Ebene.)
      OOPS mein Fehler :whistling: ! "Diagnose Erzeuger" stimmt. Bei unserem Gerät sind die Werte allerdings schon in Ebene F1 zugänglich.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Kann ich Stichtagsdifferenzwerte anzeigen lassen, also "ab Inbetriebnahme"? bzw. kann ich irgendwo im Menü ein "Zählwerk" o.ä. auf Null stellen, um dem FA-Beamten das ganze ab jetzt bzw. ab dem Inbetriebnahmedatum des Stirling (Anfang Mai) darzulegen?
      Im Menü "Stichtagswerte" werden die Wärmezählerwerte am Stichtag angezeigt, bei unserem Gerät für Heizung unter Code 9105 (F1) und 9106 (idiotischerweise nur in F2 zugänglich). Was Du probieren könntest, ist unter Code 9100 (F2) den Stichtag zu ändern, in dem Fall auf den Tag wo der Stirling in Betrieb gegangen ist. Ob das rückwirkend funktioniert weiß ich nicht, aber wenn ja, müsstest Du danach aus der Ablesung der Stichtags-Codes minus der aktuellen Codes den gewünschten Wert errechnen können.

      Davon unabhängig hat Alikante es richtig dargestellt, dem ist nichts hinzuzufügen

      Wenn alle Stricke reißen und das Finanzamt sofort etwas braucht, könntest Du zur Glaubhaftmachung vielleicht auch die Wirtschaftlichkeitsrechnung hernehmen, die Du ja wohl vor Anschaffung des Gerätes gemacht oder bekommen hast (oder jetzt auf Grund der Eckwerte Deines Anwesens machen kannst). Darin müssten sich halbwegs plausible Werte für die Strom- und Wärmeerzeugung finden. Vielleicht akzeptieren sie das ja einstweilen und verlangen höchstens z.B. nach Ablauf einer Heizperiode (der 1.7. wäre da ein guter Stichtag) einen Reality Check.

      alikante schrieb:

      Was ist wenn sich Liebhaberei abzeichnet ( dauerhaft Ausgaben > Einnahmen ) aber nicht zur KUR optiert wurde??? Es müsste dann weiterhin Jährlich eine USt-Erklärung abgegeben werden welche vom FA mit USt.-Erstattung beschieden würde, trotzdem blieben diese Einnahmen bei der ESt.-Erklärung ohne Steuer erhöhende Wirkung ?!

      Ich kann mir das nicht recht vorstellen sondern würde vermuten das dem FA eine Möglichkeit gegeben ist in obigem Fall die KUR zu "verordnen" oder ??
      Muss das Finanzamt wohl gar nicht: Wenn die USt-Erstattung für die Anschaffungskosten noch im Inbetriebnahmejahr abgewickelt wird, ist sie ergebnisneutral, ansonsten warten sie halt mit der Feststellung der Liebhaberei noch ein Jahr. In den nachfolgenden Jahren müsste sich m.E. immer ein kleiner USt-Überschuss ergeben: Der Netzbetreiber zahlt dem Betreiber USt auf die gesamte Einspeisung einschl. KWK-Bonus (die ist ans FA abzuführen), und der Betreiber muss USt zumindest auf den Fernwärme-Wert abführen: Der dürfte beim Vitotwin stets über den laufenden Kosten (Erdgas plus Wartung) liegen – jedenfalls solange keine größeren Reparaturkosten anfallen. Unterm Strich wird also immer ein (aus Sicht des FA) positiver Betrag der abzuführenden Umsatzsteuer übrig bleiben.
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    • Moin Ole,

      Ole50 schrieb:

      Meine Frage an Eiuch wäre ob die Erstellung der ersten Umsatzsteuervoranmeldung zu schwierig ist und ich es selber machen könnte?
      Gegenfrage: Wie schwierig ist Radfahren? Eigentlich nicht schwierig, aber wenn man sich noch nie im Leben damit beschäftigt hat, kann man beim ersten Mal ordentlich auf die Nase fallen. So ist es auch mit der Steuer.

      Ich habe meine USt-Erklärung und die Voranmeldungen für PV und später BHKW von Anfang an selbst gemacht und bin nicht auf die Nase gefallen. Aber ohne dass man sich vorher in das Thema einliest, geht es nicht. Hilfen gibt es auch, z.B. die "Hilfe für Photovoltaik-Anlagen" (habe ich hier beigelegt, vieles davon gilt für BHKW's analog). Fang mal damit an: Wenn Du damit klar kommst, könntest Du Dir als nächstes das USt-Formular und die zugehörige Anleitung runterladen und mal üben. Hilfreich zum Einlesen ist auch unser Unterforum "Finanzamt" (und/oder für PV-spezifische Fragen das entsprechende Unterforum bei photovoltaikforum.com).

      Fragen beantworten wir hier gerne, aber Deine Steuererklärung oder -Voranmeldung können und dürfen wir nicht für Dich ausfüllen - außer natürlich Rüdiger Quermann, aber der nimmt zu Recht Honorar dafür.

      Gruß, Sailor
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    • Hallo Alle,



      @ bhkwaermepumptaik
      Ich habe da etwas Erfahrung ;)


      Die Finanzämter diskutieren derzeit gerne wegen der 10%-Grenze. Die Herrschaften haben wohl einen neuen Eintrag in ihrer Wissensdatenbank. Gerade um Sterlings wird gerne gestritten.

      Das heißt aber nicht, dass das Finanzat das automatisch gewinnt. Viele sind rechtlich überhaupt nicht sattelfest. Gerne werden auch beim Finanzamt die Regeln der Einkommensteuer (mögliche Liebhaberei) und Umsatzsteuer gemischt.
      So ist der Hinweis, dass das BHKW nicht zum Betriebsvermögen gehört, das ja weniger als 10% der thermischen und elektrischen Leistung eingespeist werden und man deshalb auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Bei dieser grottenfalschen Argumentation werden natürlich Äpfel mit Birnen gemischt (übrigens beim Versuch der Herstellung von Traubensaft).

      Aber im Ernst:
      Das Thema Liebhaberei kann gerade bei kleinen Sterlings kritisch werden.
      Bei der Umsatzsteuer kann man ohne weiteres Unternehmer sein. Hier kann man die erforderlichen 10% GESAMTPRODUKTION-STROM (eben nicht Einspeisung) mit der Folge der vollen Vorsteuerabzugsberechtigung erreichen. Dann macht das BHKW noch mehr Spaß, denn man hat den vollen Vorsteuerabzug und versteuert nur seine Wärmenutzung und auch die mit dem günstigen Fernwärmepreis.

      Manche Vertriebler lassen einem allerdings mit den Steuerfragen nach unterschriebenem Vertrag im Regen stehen, obwohl diskret mündlich mit den tollen Steuervorteilen geworben wurde.


      @alikante
      "Was ist wenn sich Liebhaberei abzeichnet ( dauerhaft Ausgaben > Einnahmen ) aber nicht zur KUR optiert wurde??? Es müsste dann weiterhin Jährlich eine USt-Erklärung abgegeben werden welche vom FA mit USt.-Erstattung beschieden würde, trotzdem blieben diese Einnahmen bei der ESt.-Erklärung ohne Steuer erhöhende Wirkung ?!"

      ESt und USt sind weitgehend voneinander unabhängig. Bei der ESt kann trotz Einnahmen Liebhaberei vorliegen, weil die Summe aus anteiligen laufenden Ausgaben und AfA (oder anteiligem Erhaltungsaufwand) die Einnahmen übersteigen, es also rechnerisch Miese gibt (Amtsdeutsch: Kein Totalgewinn).
      Das Finanzamt hat allerdings große Probleme, dies nach der Neuregelung ab 2015 zu berechnen. Die Rechnung wird noch schwieriger, wenn der pauschale KWK-Zuschlag gezahlt wird.
      Eine Umsatzsteuererklärung ist fällig, weil von der KUR weg hin zur Regelbesteuerung optiert wurde.
      Rüdiger Quermann
      Steuerberater
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      58313 Herdecke

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    • @sailor773 natürlich könnt ihr meine Umsatzsteuererklärung nicht ausfüllen. Ich werde mich da durch Arbeiten müssen. Mir ging es nur darum ob ein Laie wie ich es bin so eine Erklärung schafft... aber danke für Deine Hinweise.

      Wenn Herr Quermann Kapazitäten frei hätte, wäre mir das Honorar es wert.....aber ich habe hier gelesen das er schwer ausgebucht ist.

      Schönen Sonntag noch

      Ole
    • rquermann schrieb:

      @ bhkwaermepumptaik
      Ich habe da etwas Erfahrung
      An Tiefpunkten meiner Stimmung war ich schon kurz davor, Ihnen hilfeersuchend zu schreiben. Mein Eigenanspruch ist jedoch offenbar immer wieder zu groß, um mich den fiskalen Wirren geschlagen zu geben ;) (Ich hatte voher außer einer 0815 Einkommensteuererklärung noch nie etwas mit dem FA zu tun.)

      rquermann schrieb:

      Die Rechnung wird noch schwieriger, wenn der pauschale KWK-Zuschlag gezahlt wird.
      BINGO!





      alikante schrieb:

      Erst ab dem Zeitpunkt als Strom+Wärme hergestellt wurden darf die Betrachtung beginnen, denn erst hier hat sich der "Sollzustand" eingestellt. Du hast nun gegenüber dem FA die Beweislast, je nachdem wie hartleibig das FA Deiner Argumentation folgt könnte auch ein Protokoll des Heizungsbauers/Werkskundendienstes nützlich sein aus dem zb. Betriebsstunden oder Zählerstände beim eintreten des "Sollzustandes" dokumentiert sind.

      Mann kann ja auch mal Glück haben in dem ganzen Theater: Ich habe in einem Anflug geistiger Helligkeit offenbar einen Post-It mit den Werten wenige Tage nach der Inbetriebnahme bekritzelt. Gestern Abend(!) fand ich diese verdreckten Dinger beim Aufräumen im Heizraum. Kanns immer noch kaum fassen.

      Achtung: Ich komme seitdem auf 15% :thumbsup:

      Was mir zu denken gibt: Das alles lief bisher komplett ohne Heizungsanforderung..
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