Fehler 258 "Übertemperatur Gehäuse": Gründe?

    • Fehler 258 "Übertemperatur Gehäuse": Gründe?

      Ich habe den Abend über im Forum quergelesen bzw. recherchiert.

      Folgende Gründe habe ich in älteren Beiträgen gefunden:

      1. Abgas im Gehäuse
      2. Probleme mit der Zuluftzufuhr
      3. Rücklauftemperatur zu hoch (Gemeint: Wasser, dass aus dem Puffer zum Vitotwin zurückläuft, um wieder erwärmt zu werden?*)

      Gibt es nach Eurer Erfahrung noch weitere Gründe, nach denen ich in meinem Fall forschen kann?



      Könnte ich im Fall 3 ggf. über die Pumpendrehzahl was ausrichten? Oder "Vorlaufüberhöhung" oder so ähnlich? Das mit den "Überhöhungen" verstehe ich noch nicht ganz.

      Hintergrund: Ich hatte heute an einem Regentag den Stirling mit manuell auf 600W reduzierter Leistung im reinen TWW Betrieb laufen. Wasser war dann irgdenwann auch recht warm, ich schätze ~55°. Da die Hausherrin dann anfing zu kochen, wollte ich mein neues System spaßeshalber antesten und bin auf Stromanforderung gegangen. Nach einer Weile kam dann der Fehlercode, was ich zufällg mitbekam, da ich den Heizraum am fliesen bin und das beruhigende Brummen dann auf einmal weg war ;) TWW-Temp lag dann bei ~62°

      Wenn ich das richtig verstanden habe, müsste ich den B3 Wert doch auf 70° wenn nicht sogar 80° fahren können, bevor das System abregelt? (Technische Sichtweise, das wäre natürlich unnötig jetzt im Sommer...)

      * Ich habe die Konfiguration, bei der im 950er 340-M Speicher der Solarwendel unten als kleiner Primärkreislauf die Wärme des Vitotwin in den Puffer abgibt. Programmiert ist Voreinstellung "Modifiziert 6"(?). Wir haben das bewusst so gewählt, damit keine Heizungsplörre durch den Striling gurgelt.


      Danke einstweilen
      Tobi
      Viessmann Vitotwin an 340-M (950)
      Mercedes (Panasonic) Akku (2.5) an SI 3.0
      5 kwp REC (südost) an SB 4.0
      1.8 kwp SOLARTRON (süd) an SB 1.5
      Renault Twizy im Auge für April 2017
    • Neu

      Moin Tobi,

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Gibt es nach Eurer Erfahrung noch weitere Gründe, nach denen ich in meinem Fall forschen kann?
      ich glaube, das brauchst Du nicht, weil die Ursache für Dein Problem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Grund Nummer Drei (zu hohe Rücklauftemperatur) ist.

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Wenn ich das richtig verstanden habe, müsste ich den B3 Wert doch auf 70° wenn nicht sogar 80° fahren können, bevor das System abregelt? (Technische Sichtweise, das wäre natürlich unnötig jetzt im Sommer...)
      Genau genommen sollte der Stirling bei ca. 60°C am Fühler B41 (das entspricht der Rücklauftemperatur) von selbst ausgehen, und zwar nicht mit einer Störung (die vor Wiederinbetriebnahme ein Reset erfordert), sondern als ganz normaler Abschaltvorgang. Unserer macht das zum Beispiel bei etwa 58°C. Aus verschiedenen Forumsbeiträgen (die Du ja auch kennst) kann man aber entnehmen, dass zumindest bei einigen Geräten unter diesen Umständen bereits die Störung 258 eintritt bevor sich der Stirling regulär ausschaltet. Dafür gibt es verschiedene denkbare Ursachen, z.B. nicht ganz sauber arbeitende Temperaturfühler - aber ob das "Schadensbild" ausreicht, um auf Gewährleistung eine Reparatur durch den Viessmann-KD anzufordern, bin ich nicht sicher.

      Jedenfalls: Unter den üblichen Konfigurationen liegt die Spreizung im reinen Stirlingbetrieb bei etwa 10 K, d.h. wenn sich der Stirling - egal warum - bei 60°C RLT abschaltet, würde die Vorlauftemperatur in dem Moment maximal ca. 70°C betragen. Der B3 Wert liegt dann auch dort oder eher etwas darunter. Mehr geht mit Stirling allein definitiv nicht. Dass bei Dir im TWW nur 62°C erreicht werden, dürfte zwei Ursachen haben:

      Erstens halte ich es für wahrscheinlich, dass im Teillastbetrieb (600W) die Spreizung geringer ist, z.B. nur 6 K. Überprüfen kannst Du das durch Vergleich der Kesseltemperatur (Diagnose Erzeuger, Code 8310) und der Kesselrücklauftemperatur (Code 8314 in F2 oder einfach an einem Thermometer). Dann läge bei Dir im Abschaltpunkt die Vorlauftemperatur (und damit die äußerstenfalls erreichbare TWW-Temperatur) maximal bei 66°C.

      Zweitens gelten diese Angaben für die Direktbeheizung des Speicherwassers, z.B. in Konfiguration 1. Du hast aber mit der Solarwendel noch einen Wärmetauscher dazwischen geschaltet. Dessen thermische Kenndaten habe ich nicht, aber als Faustregel kann man wohl ansetzen, dass ein nennenswerter Wärmedurchgang sich erst bei Temperaturdifferenzen oberhalb 5 K einstellt. Will heißen: Angenommen Deine Vorlauftemperatur bei Eintritt in den Wärmetauscher läge bei dem maximal erreichbaren Wert von 70°C, dann könntest Du damit in der Realität kaum höhere Speichertemperaturen als ca. 65°C erreichen. Bei unserer Solarthermieanlage (die auf einen ähnlichen WT in einem Viessmann-Kessel arbeitet) ist das jedenfalls so. Und falls Deine VLT im Abschaltpunkt nur 66°C erreicht, wären die von Dir gemessenen 62°C TWW-Temperatur schon ein sehr anständiger Wert.

      Soweit die Diagnose, aber was kann man tun um die Störung zu vermeiden?

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Könnte ich im Fall 3 ggf. über die Pumpendrehzahl was ausrichten?
      Kaum. Eine höhere Pumpendrehzahl verbessert geringfügig den Wirkungsgrad des Wärmetauschers, sorgt aber vor allem für eine niedrigere Spreizung. Das bedeutet: Wenn Du Pech hast, steigt bei höherer Drehzahl die RLT sogar an, und die TWW-Temperatur im Moment des Abschaltens wird eher niedriger liegen als bei geringerer Drehzahl. In jedem Fall gilt: Wenn die Speichertemperatur in Höhe der Solarwendel 60°C oder so erreicht hat, findet so oder so keine Kühlung mehr statt und der Stirling schaltet sich aus (entweder von selbst oder mit Störung).

      bhkwaermepumptaik schrieb:

      Oder "Vorlaufüberhöhung" oder so ähnlich? Das mit den "Überhöhungen" verstehe ich noch nicht ganz.
      Ich nehme an, Du meinst die Einstellung unter Code 5020 in F2? Die bezieht sich nur auf die Kesseltemperatur bei der TWW-Bereitung. Wenn beispielsweise ein TWW-Sollwert von 60°C eingestellt ist und unter Code 5020 die Werkseinstellung (10 K), dann wird die Kesseltemperatur während einer TWW-Anforderung mit Hilfe der Pumpendrehzahl auf 70°C begrenzt. Relevant ist das eigentlich nur für den Betrieb mit Zusatzbrenner. Auf das Verhalten des Kessels während einer Stromanforderung hat diese Einstellung aber keinen Einfluss.

      Wenn die Störung häufiger auftritt, könntest Du probieren, im Menü "Kessel" unter Code 2212 (F2) eine niedrigere Maximaltemperatur einzustellen, z.B. 60°C. Sobald diese Temperatur erreicht ist, würde die Regelung zunächst versuchen, durch Drehzahl-Erhöhung der Pumpe den Kessel zu "kühlen". Wenn das nicht mehr ausreicht, müsste sich m.E. der Stirling von selbst ausschalten. Das Problem dabei ist nur, dass diese Einstellung auch für den Zusatzbrenner gilt, d.h. höhere Temperaturen als 60°C würden dann grundsätzlich im Kessel nicht gefahren. Das geht also nur, wenn diese Kesseltemperatur für die TWW-Bereitung bei Euch ausreicht, und bedeutet ggf. einen Komfortverlust.

      Meine Empfehlung wäre, alles beim Alten zu lassen und den (auch schon ohne Störung) extrem ungünstigen Betriebszustand mit sehr hohen Rücklauftemperaturen einfach möglichst zu meiden: Sprich, im Sommer (solange die Heizung nicht läuft) mit der Stromanforderungsfunktion bedachtsam umzugehen.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sailor773 ()