Vitotwin 300-W - unser Kundendienstmagnet

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    • Vitotwin 300-W - unser Kundendienstmagnet

      Hallo erstmal!
      Meine Schwiegermutter hat sich vor ein paar Jahren auf meinen Tipp hin ein Mini/Mikro/Nano (...klein halt...) BHKW in Form der Vitotwin 300-W von Viessmann als Ersatz für die alte Ölheizung zugelegt. Leider werden die Störungen jetzt immer häufiger. Seit 2015 war der Kundendienst jetzt sieben Mal da. Die letzten drei Mal wegen nicht definierbarer Störungen. Da wurden jedes Mal auf Verdacht Teile getauscht, aber ohne genau zu wissen, was eigentlich nicht funktioniert (War glaube ich der Fehlercode 253). Dazwischen war auch schon mal irgendeine Luftumlenkklappe defekt und der Stirling ist auch schon zweimal getauscht worden... Ganz die Einzigen scheinen wir mit Problemen mit dieser Anlage ja nicht zu sein, oder?

      Grüße

      Perdix
    • Moin Perdix,

      Perdix schrieb:

      Ganz die Einzigen scheinen wir mit Problemen mit dieser Anlage ja nicht zu sein, oder?
      ich nehme mal an, Du hast schon mal in diesem Unterforum gestöbert. Dann hast Du ja schon einen recht guten Überblick über die seit ca. 2012 vorgekommenen Probleme mit dem Vitotwin. Um diesen aber weiter zu verbessern, wäre es hilfreich, wenn Du uns die Daten a) der Inbetriebnahme des Gerätes und b) der jeweiligen Probleme nennen könntest.

      Perdix schrieb:

      der Stirling ist auch schon zweimal getauscht worden...
      Wenn das in den Jahren 2012 bis 2014 gewesen ist, so wäre das schon fast der Normalfall. Die in den ersten Jahren produzierten Stirlingmotoren hatten offensichtlich erhebliche Qualitätsprobleme. Ich habe aber den Eindruck, dass dies ab etwa dem Jahr 2015 besser geworden ist: Seitdem war hier im Forum - wenn ich richtig mitgezählt habe - nur von einem Stirling die Rede, der ab 2015 produziert wurde und wegen eines Defektes ausgetauscht werden musste.

      Perdix schrieb:

      Dazwischen war auch schon mal irgendeine Luftumlenkklappe defekt
      Ich nehme an, Du meinst das Luftverteilerventil: Dieses Teil ist seit etwa 2013 in mehreren Forenbeiträgen als Schwachstelle hochgekommen. Bei unserem Gerät, das als Austauschgerät im Mai 2013 in Betrieb gegangen ist, wurde das LVV zum ersten Mal im Dezember 2013 nach 2000 Betriebsstunden ausgewechselt (Fehler 268). Das zweite LVV fiel im Februar 2016 - also nach ca. 9000 Betriebsstunden - wieder mit Fehler 268 aus und wurde ausgewechselt. Das dritte LVV wurde im Januar 2017 anlässlich eines KD-Termins (dieser eigentlich wegen Fehler 262) ausgetauscht, da es sehr schwergängig war. Bis dahin hatte es 4000 Bh gehalten. Der KD-Mitarbeiter vermutete, dass der Ausfall des Zusatzbrenners (Fehler 262) durch das schwergängige LVV verursacht worden war - jedenfalls war der Fehler danach behoben.

      Die LVV's sind aus Kunststoff und neigen anscheinend dazu, sich unter Temperaturstress oder durch andere Fehler (z.B. Schrauben ungleichmäßig oder zu fest angezogen) mit der Zeit zu verformen. Dann werden sie schwergängig und erzeugen Fehler in allen nachgeschalteten Aggregaten. Als das 'rauskam, hat Viessmann nach Angabe des KD-Mannes versucht, die Dinger durch Einbau in ein Alu-Gehäuse stabiler zu machen. Das hatte aber offensichtlich - wie Beispiel zeigt - nur eingeschränkt Erfolg. Deshalb wird das LVV nach KD-Angabe im aktuellen Vitotwin-Modell (C3HC) weiter unten eingebaut, wo anscheinend weniger "Stress" herrscht. Aber den Betreibern des Modells C3HB hilft das natürlich nichts. In den ersten Geräten (C3HA) war das LVV übrigens wohl aus Aluminium und hat besser gehalten.

      Perdix schrieb:

      Die letzten drei Mal wegen nicht definierbarer Störungen. Da wurden jedes Mal auf Verdacht Teile getauscht, aber ohne genau zu wissen, was eigentlich nicht funktioniert (War glaube ich der Fehlercode 253)
      Der undefinierbare Fehlercode 253 ist bisher nur bei einem weiteren Forumsmitglied vorgekommen - besonders eklig, weil nicht klar ist, was genau ausgefallen ist. Ich kann nur hoffen, dass sich das jetzt nicht weiter häuft.

      Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich dem KD in einem solchen Fall aber empfehlen, als erstes das LVV zu prüfen. Das ist anscheinend so empfindlich, dass es - bereits bevor es selbst mit Fehler 268 ausfällt - an anderer Stelle Fehler erzeugen kann. Bei uns war das der Flammausfall des Zusatzbrenners (Fehler 262), aber womöglich kann es auch den unerkannten Fehler 253 auslösen.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Hey Sailor, erstmal vielen Dank für Deine Antworten! Ehrlich gesagt bin ich erst relativ spät hier reingekommen, hauptsächlich auf Deinen Post hin. Die Anlage wurde Ende 2012 eingebaut, die Vitotwin ist leider noch eine aus der ersten Serie C3HA :(
      Soweit ich mich erinnere, lief sie die ersten zwei drei Jahre ohne Störung, dann kamen die o.g. Probleme. Wie gesagt, die letzten Male mit undefinierbarem Fehler. Leider geht auch der Kundendiensttechniker davon aus, dass wir uns wohl bald mal wieder sehen...
      Was mich an der Anlage eigentlich am meisten stört ist das: da hat man eine Kombi aus Stirling und Gasbrenner, aber wenn an dem blöden Vitotwin was ist, geht beides nicht mehr (oder der Brenner nur im Notbetrieb) Da hätte man doch eigentlich mit wenig mehr an Hirnschmalz eine schöne Redundanz bauen können, oder?
    • Perdix schrieb:

      Was mich an der Anlage eigentlich am meisten stört ist das: da hat man eine Kombi aus Stirling und Gasbrenner, aber wenn an dem blöden Vitotwin was ist, geht beides nicht mehr (oder der Brenner nur im Notbetrieb) Da hätte man doch eigentlich mit wenig mehr an Hirnschmalz eine schöne Redundanz bauen können, oder?
      Das sollte eigentlich auch so sein. Ein vollständiger Stillstand tritt aber zwangsläufig dann auf, wenn ein beiden Brennern vorgeschaltetes Bauelement vollständig ausfällt, wie z.B. das Luftverteilerventil. So etwas zu vermeiden ist m.E. weniger eine Frage von "Hirnschmalz" als von "Knete": Man müsste derart kritische Bauteile tatsächlich doppelt einbauen, oder zumindest einen Bypass, der einen Notbetrieb ermöglicht. Bei einem Flugzeug oder Atomkraftwerk würde man das wahrscheinlich auch so machen, aber so lange keine Menschenleben oder Millionenschäden auf dem Spiel stehen, kommt das aus Kostengründen wohl nicht in Frage.

      Die m.E. billigere und fast so gute Lösung wäre aus meiner Sicht, wenn Viessmann Bauteile wie das LVV, die nach derzeitigen Erfahrungen häufig versagen, umkonstruieren und (entweder bei Bedarf oder im Rahmen einer "Rückrufaktion") auswechseln würde. Letzteres hat man auch schon einmal so gemacht, als bei allen Modellen mit Baujahr bis 2013 im Rahmen der sog. Qualitätsoffensive ein geänderter Wärmetauscher eingebaut wurde. Beim LVV hat man eine solche Lösung mit dem Alu-Gehäuse und (beim C3HC) einer geänderten Einbau-Geometrie probiert, nur scheint das halt nicht in allen Fällen auszureichen - selbst wenn wie bei unserem Vitotwin kein besonderer Temperaturstress vorliegt. Mein Vorschlag wäre jedenfalls, eine Anzahl Austausch-LVV's aus Metall anzufertigen und in alle Geräte einzubauen, in denen das Kunststoff-LVV bisher mehr als einmal versagt hat. Vielleicht liest ja jemand von Viessmann hier mit...
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • sailor773 schrieb:

      Man müsste derart kritische Bauteile tatsächlich doppelt einbauen, oder zumindest einen Bypass, der einen Notbetrieb ermöglicht. Bei einem Flugzeug oder Atomkraftwerk würde man das wahrscheinlich auch so machen, aber so lange keine Menschenleben oder Millionenschäden auf dem Spiel stehen, kommt das aus Kostengründen wohl nicht in Frage.
      Tja, da denke ich als Laie wahrscheinlich zu einfach ;) Ich hätte eine Gastherme und einen Stirling an die Wand gehängt und eine Steuerung, die das dann passend regelt (oder steuert... 8o ). Man kann aber auch ein Kombiaggregat bauen, das auf gemeinsame Teile angewiesen ist, die dann im Zweifelsfall beides lahm legen... Ok, bei meiner Lösung bräuchte man vielleicht zwei Abluftkamine, aber das ließe sich bei einem Neubau mit wenig Mehraufwand sicher machen und viele Altbauten hätten das auch.
      Nochmal Dank für Deine Tipps :thumbup: