Stirling im Sommer abstellen ?

    • Stirling im Sommer abstellen ?

      Die Wintermonate liegen hinter uns ( der Stirling lief meist rund um die Uhr); jetzt in den wärmeren Monaten wird er nur noch fürs WW benötigt, dh er taktet mehrmals täglich. Ist dieses Rauf und Runterfahren eher schädlich für den Stirling? Würde man ihn besser deaktivieren und WW im Sommer nur noch mit dem Zusatzbrenner erzeugen ?
    • Moin Klaus,

      Klaus1958 schrieb:

      er taktet mehrmals täglich. Ist dieses Rauf und Runterfahren eher schädlich für den Stirling?
      Meiner Meinung nach ist die Belastung nicht so hoch, dass man den Stirling deswegen im Sommer gleich ausschalten sollte. Aber es lohnt sich aus verschiedenen Gründen, die Anzahl der Starts im Sommerhalbjahr zu vermindern. Hierzu gibt es mehrere Ansätze, die Du - auch in Kombination - ausprobieren könntest:

      1) Schaltdifferenz beim TWW erhöhen (Menüpunkt "Trinkwasserspeicher", Code 5024 in F2): Werkseinstellung ist 2 K, wir haben z.B. 9 K eingestellt. Dann kann man den TWW-Speicher tiefer entladen; der Stirling schaltet sich seltener ein und läuft dafür nach jedem Start länger. Die untere Einschalttemperatur sollte danach natürlich noch hoch genug liegen um den Komfort nicht zu beeinträchtigen. Den TWW-Nennsollwert (Menü "Trinkwasser", Code 1610 in E) würde ich aus Energiespar-Gründen (Speicherverluste und Stirling-Wirkungsgrad) nicht über 60°C einstellen. Damit hat die Methode ihre Grenzen.

      2) Stromanforderungsfunktion nutzen: Um den TWW-Bedarf einer Familie zu decken, muss der Stirling mindestens 2-3 Stunden täglich laufen; in der Praxis werden es eher 3-4h sein. Du könntest also den Stirling "zwangsweise" gezielt zu den Stunden laufen lassen, wo bei Euch der höchste Strombedarf ist - also z.B. abends 19:00h bis 23:00h. (Einstellung im Menüpunkt "Zeitprogramm 5" unter Code 600ff in E.) Du solltest dann beobachten, wie sich die Speichertemperaturen verhalten und je nachdem die Zwangsladungszeit verkürzen oder verlängern, oder auch eine weitere Zeit einstellen (z.B. morgens 06:00h-08:00h). Wie alle Zeitprogramme kann man das auch tageweise variieren, also z.B. am Wochenende andere Zeiten einstellen.

      2a) Wenn Du beide Ansätze kombinierst, wirst Du feststellen, dass der Stirling gelegentlich länger läuft als unter 2) eingestellt. Der Grund ist die sog. Energieoptimierungsfunktion: Wenn die TWW-Temperatur während der Zwangsladung unter den TWW-Nennsollwert fällt (oder von Anfang an dort stand), läuft der Stirling in jedem Fall - unabhängig von der Ausschaltzeit - so lange weiter, bis die TWW-Nenntemperatur erreicht ist. Das Gleiche geschieht, wenn die TWW-Temperatur unter die halbe Schaltdifferenz fällt. Beispiel: T(nenn) = 60°C, Schaltdifferenz = 8 K: Dann schaltet sich der Stirling automatisch ein, wenn T(TWW) unter 56°C fällt und läuft so lange, bis 60°C erreicht sind. (Die Funktion ist eigentlich immer geschaltet, aber bei der Werkseinstellung der Schaltdifferenz von 2 K kommt sie kaum jemals zum Tragen, bzw. man merkt den Unterschied nicht.)

      3) TWW-Reduziertzeiten einstellen: Wenn Du erreichen möchtest, dass der Stirling sich möglichst nur zu bestimmten Zeiten zur TWW-Bereitung einschaltet (weil dann gerade viel Strom verbraucht wird), kannst Du für die TWW-Bereitung Reduziert-Zeiten einstellen (Menü "Zeitprogramm4/TWW", Code 500ff. in E, und im Menü "Trinkwasser" unter Code 1620 in F1 die Einstellung "Zeitprogramm4/TWW" wählen). Die eingestellte Reduzierttemperatur gilt dann ggf. auch für die unter 2a) beschriebene Optimierungsfunktion.

      Vielleicht musst Du ein wenig herumprobieren, bevor Du die ideale Einstellung erreicht hast - aber am Ende sollte sich damit erreichen lassen, dass der Stirling im Sommer nicht öfter als ein- bis zweimal am Tag startet. Zusätzlich kannst Du durch geschickte Auswahl der Zeiten unter 2) und 3) auch die Eigenverbrauchsquote deutlich erhöhen.

      Alle beschriebenen Einstellungen kann man übrigens auch im Winter so lassen, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen. Die Zwangsladung (Zeitprogramm 5) würde ich während einer Urlaubsabwesenheit ausschalten.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Hallo
      würde ich nicht machen.
      Speicher für WW z.b. auf 52°C und eine Schaltdifferenz von 10K d.h der Sterling fängt erst bei 42°C wieder an so das längere Laufzeiten entstehen und weniger Taktungen, und den Zusatzbrenner ggf ganz abschalten so das dieser nicht anspringen kann.
      Nur ein Tip es sei den es wird viel WW auf einmal benötigt.

      Gruß Christof
      4,32 Kwp PV-Aufdachanlage (45° Dachneigung Südausrichtung) Volleinspeisung Inbetriebnahme 23.05.2009

      5,56 kWp PV-Anlage (Sonnengeführt) Volleinspeisung Inbetriebnahme 18.12.2009

      Vitotwin 300 mit 600l Pufferspeicher 2Heizkreise (FB und Radiatoren) Inbetriebnahme 17.10.2013

      7,67 kWp PV-Aufdachanlage (Dachneigung 45° Ost- West-Ausricht mit E3DC Strompeicher (6,9kW)) Inbetriebnahme 13.11.2015 :)
    • Wahrscheinlich nach einem Jahr nicht mehr relevant für Klaus, dennoch als generelle Idee: "Erzeuger-Nennsollwert" von 1000W auf bis zu 600W reduzieren, wenn es schlicht darum geht Taktungszahlen zu reduzieren. (Vermindert die elektrische Energieerzeugung und dadurch auch die thermische Energieabgabe ins Pufferwasser.)
      Viessmann Vitotwin 300W an 340-M (950)
      Mercedes (Panasonic) Akku (5.0) an SI 3.0
      5 kwp REC (südost) an SB 4.0
      1.8 kwp SOLARTRON (südwest) an SB 1.5
    • bhkwaermepumptaik schrieb:

      "Erzeuger-Nennsollwert" von 1000W auf bis zu 600W reduzieren
      Macht Sinn, geht aber erst ab Modell C3HC.
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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