Waschmaschine in BHKW Heizraum

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    • Waschmaschine in BHKW Heizraum

      Hallo,

      ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

      Vor kurzem wurde ein BHKW in unserem Heizraum installiert.

      Gerne würde ich im selben Raum eine Waschmaschine betreiben.

      Laut unserem Installateur darf im selben Raum keine Waschmaschine betrieben werden, da durch die entstehenden Halogenwasserstoffe am Gasbrenngerät sowie am BHKW Schäden entstehen können.

      Ist dies wirklich so problematisch zu sehen?

      Danke für eure Hilfe!
    • jack453 schrieb:

      Ist dies wirklich so problematisch zu sehen?

      Nein, Vaillant hat noch nie eine Garantie abgelehnt, weil die Geräte im Waschraum untergebracht sind. Einzig die Staubbelastung von der Wäsche ist problematisch. Man kann die Luftansaugung aber über ein Rohr von außerhalb des Waschraumes vornehmen. Ggf. muss man halt den Luftfilter öfters wechseln. Die Brennwertgeräte haben ein Doppelrohr mit der die Luft von außen angesaugt wird.
      Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
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    • jack453 schrieb:

      Laut unserem Installateur darf im selben Raum keine Waschmaschine betrieben werden, da durch die entstehenden Halogenwasserstoffe am Gasbrenngerät sowie am BHKW Schäden entstehen können.
      Halogenwasserstoffe? Aus einer Waschmaschine???

      Der bekannteste Halogenwasserstoff ist Salzsäure (HCl). Andere denkbare Halogenwasserstoffe wären HF (Fluorwasserstoff bzw. Flusssäure, ein hochgiftiges Zeug), HBr und HJ. Das sind alles starke Säuren, die als Gas oder gelöst in Wasser vorliegen können. Aber nehmen wir mal an, Dein Installateur redet von Salzsäure.

      Richtig ist, dass - wenn tatsächlich HCl in der Luft wäre - voraussichtlich die Elektronik des BHKW's Schaden nehmen würde, bei höheren HCl-Konzentrationen auch die Mechanik (Korrosion). Das Gleiche würde übrigens auch für Elektronik und Mechanik einer Waschmaschine gelten.

      Was ich mir nun absolut nicht vorstellen kann ist, dass bzw. wie aus einer Waschmaschine Salzsäure entweichen können soll. In den Waschmitteln ist es nicht drin, in der Wäsche auch nicht, und im Wasser erst recht nicht. Ich wüsste auch von keiner chemischen Reaktion, mit deren Hilfe im Waschprozess HCl entstehen könnte. Waschlösungen sind im übrigen alkalisch, so dass geringe Mengen Säure (woher auch immer sie kommen sollten) absorbiert und zu harmlosem Natriumchlorid und Wasser umgesetzt würden.

      Also das mit Halogenwasserstoff ist Blödsinn. Was Du allerdings tatsächlich nicht tun solltest, ist in Deiner Waschmaschine mit chlorhaltigen Bleichlaugen zu arbeiten. Ob es so etwas in Deutschland heutzutage überhaupt noch zu kaufen gibt, weiß ich nicht, aber jedenfalls entsteht aus solchen Bleichlaugen (in geringen Mengen, aber deutlich nach "Schwimmbad" riechend) Chlorgas. Das ist zwar kein Halogenwasserstoff, aber für die Elektronik eines BHKW auch nicht gerade gut. (Ich hab' das zum letzten Mal 1992 in USA benutzt, aber das war in einer amerikanischen Waschmaschine. Die hatte keine Elektronik, sondern nur Elektromechanik und war wahrscheinlich auch dafür konstruiert.)

      Und dann ist da noch die Frage, inwieweit dem BHKW eine ständig feuchte Atmosphäre bekommt, die mit einer regelmäßig betriebenen Waschmaschine in einem vermutlich schlecht belüfteten Raum zwangsläufig auftreten dürfte. Dem Brenner ist das natürlich egal, der kriegt aus dem Verbrennungsprozess viel mehr warmen Wasserdampf ab als Deine Waschmaschine jemals produzieren dürfte. Aber was die Elektronik auf Dauer dazu sagt ist eine andere Frage.

      Fazit: Es gibt durchaus gute Gründe, eine Waschmaschine nicht im selben Raum wie ein BHKW zu betreiben. (Wenn Du es doch tust, solltest Du auf jeden Fall für eine gute Belüftung sorgen.) Aber Halogenwasserstoffe gehören jedenfalls nicht dazu.
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

      PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

      Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)
    • Kurzer Erfahrungsbericht: Unser BHKW lebt seit 5 Jahre in friedlicher Koexistenz mit der Waschmaschine. Im gleichen Raum wird sogar hängend die Wäsche getrocknet. Der Raum steht im guten Luftaustausch mit dem Wohnbereich. Die Verustwärme des BHKWs wird so optimal genutzt. Die Wäsche trocknet sehr schnell, wobei es zu keinen signifikanten Überhöhungen der Luftfeuchtigkeit kommt.

      Das Motoröl wir regelmässig gecheckt, bisher trotz langer Öllaufzeit ohne jegliche Auffälligkeiten bei TAN u. TBN. Ebenso sehe ich am Luftfilter keinerlei Probleme. Das Verbrennungslambda ist völlig stabil. Den Luftfilter habe ich einmal mit Druckluft gereinigt.
    • Hallo,

      ..etwas konträhe Meinung

      Viele Hersteller schließen eine Aufstellung in Waschräumen definitiv aus.
      Aus den Waschmitteln (und der Maschine) dünstet es halt aus.

      Sowohl Lösungsmittel,
      als auch Tenside vertragen sich nicht mit technischen Gerät (Brenner)
      ... im Bereich BHKW, kann man sich das wegen dem Öl auch recht bildlich vorstellen.
    • Ich habe bereits einmal ein weiteres Argument gegen die Waschmaschine erlebt.

      Beim BHKW-Motor hat sich der Schlauch der Kurbelwannenbelüftung gelöst. Wenn da Wäsche im gleichen Raum gewesen wäre, hätte der Öldampf wohl dafür gesorgt, dass die Waschmaschine zukünftig woanders steht. ;)
    • Gleiches Thema wie bei einer Waschmaschine: Wenn es ein Problem gibt, dann durch hohe Luftfeuchtigkeit, die auf die Dauer wahrscheinlich der Elektronik nicht gut tut. So lange das BHKW läuft, kann wahrscheinlich nichts passieren: Wasserdampf als solcher ist unschädlich, was ggf. Schäden anrichtet ist kondensiertes Wasser. Die Gehäusetemperatur in einem laufenden BHKW sollte Kondensation i.d.R. verhindern. Aber wenn Dampfwolken häufiger auf kalte Elektronik treffen, bilden sich darauf Tröpfchen, und das ist auf die Dauer nicht gut. Wenn der Raum ordentlich gelüftet wird, nimmt dieses Risiko ab (außer es kommt zu viel eiskalte Winterluft hinein).

      Staub und Fusseln würde ich bei einem Trockner nicht so eng sehen: So etwas landet hauptsächlich im Flusensieb oder im Kondensat. (Für die Brenner ist es sowieso egal, die ziehen ihre Luft nicht aus dem Raum, sondern von außen.)

      Fazit: Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist nicht sehr hoch. Aber wenn es eine Alternative gibt, würde ich die Funktionen "Waschen/Trocknen" und "Heizung" doch lieber räumlich trennen.
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    • sailor773 schrieb:

      Für die Brenner ist es sowieso egal, die ziehen ihre Luft nicht aus dem Raum, sondern von außen.)
      Moinsen Kollegen! Meine Meinung dazu ist: Sowohl mein ecoPower 3.0 als auch der VC356 als Zusatzheizgerät bekommen ihre Verbrennungsluft jeweils aus dem Aufstellraum. Der VC könnte normalerweise seine Zuluft koaxial durch den "Schacht" von draußen bekommen. Wenn er jedoch am gleichen Schornstein wie das BHKW betrieben wird ist das nicht möglich.

      Zuluft BHKW kann Über ein Rohr von außen angesaugt werden, das wäre mir im Winter allerdings zu kalt. Ich hole es vorgewärmt aus dem Nebenraum wo auch der VC hängt.

      Ansonsten mal die Installationsanleitungen lesen, Thema "Verbrennungsluft". WaMa im Aufstellraum kann gut gehen, ich persönlich rate davon ebenso ab wie von Wäsche zu trocknen, den Wäsche düstet aus! (Oder warum riecht frisch gewaschene Wäsche so gut?)


      Beste Grüße! Peter
    • Moin Peter,

      klempi schrieb:

      Sowohl mein ecoPower 3.0 als auch der VC356 als Zusatzheizgerät bekommen ihre Verbrennungsluft jeweils aus dem Aufstellraum.
      Verstanden. Meine Anmerkung bezog sich nur auf das Vitotwin und vergleichbare Brennwertgeräte, weil ich aus einem anderen Thread wusste, dass der Fragesteller sich ein solches BHKW anschaffen möchte. Da kommt die Luft über ein Rohr vom Dach und wird vom Abgas vorgewärmt. Übrigens ist auch Außenluft ggf. nicht frei von Schadstoffen: Bei uns liegt z.B. im Winter öfter ein beißender Geruch in der Luft und schwarze Flocken auf der PV-Anlage, wenn der Nachbar mal wieder seinen Ofen nicht ordentlich betreibt. Dass so etwas auch einmal bis in den Brenner gelangt, kann man nicht ausschließen.

      Wenn der Motor seine Verbrennungsluft aus dem Raum zieht, ist da natürlich alles drin, was die Wäsche ggf. abgibt. Das Schadenrisiko aus dieser Quelle halte ich persönlich nicht für hoch (Tenside gehen nicht in die Raumluft, der Wäscheduft besteht aus Parfüm). Aber eingehen würde ich es trotzdem - wie schon oben geschrieben - nur, wenn es für die Aufstellung der Waschgeräte keine vernünftige Alternative gibt.

      Gruß, Sailor
      Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

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