Bericht: Billig Eigenbau 1kW Gas BHKW

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    • Spannend, wie sich diese Diskussion entwickelt.

      Die Perfektionierung der Sozialsysteme sehe ich wie @bkohl auch mit Sorge. Bismarck hatte diese ja eingeführt, um den im Zuge der Industrialisierung entwurzelten und aus der (wenn auch beschränkten) Sicherheit der Großfamilien herausgerissenen Industriearbeitern einen Schutz vor Verelendung zu gewähren. Oft wird das zwar nur als Finte gedeutet, um die Anhänger der Sozialistischen Bewegung einzufangen, aber von Bismarck's Biografie her glaube ich, dass da durchaus ein Bewusstsein christlicher Verantwortung wesentliche Triebkraft war..
      Die Perfektionierung der Sozialsysteme sehe ich deshalb mit Sorge, weil ich denke, dass diese Solidarsysteme von vielen Seiten böse ausgebeutet werden.
      Ich denke da an Pharmafirmen, aber auch "Leistungserbringer" mit gezielter Verabreichung unnötiger Behandlungen, Patienten, die das System schröpfen oder den Arzt mit dem Seelsorger verwechseln...
      An Flüchtlinge denke ich dabei ausdrücklich nicht! (Meine Eltern waren auch Flüchtlinge, aber nicht aus Afrika, sondern vor dem Hass derer, die den Naziterror auf dem Balkan erlebt hatten und deswegen alle Deutschstämmigen loshaben wollten).

      Wütend macht mich, wenn ich sehe, wie die ursprünglich gemeinschaftlich erstellte Infrastruktur sukzessive in den Besitz von "Investoren" gebracht wurde (aktuell sind die Autobahnen dran). Die machen damit Kasse an uns als Zwangskundschaft. Unsere hochgelobte Marktwirtschaft ist eben in zentralen Bereichen eine Feudalwirtschaft.
      Im gleichen Kontext sehe ich die EEG-Umlage, die zur Subventionsmaschinerie für eine Industrie umgebaut wurde, die gar nicht daran denkt, ihre Energieeffizienz zu verbessern.

      Teilweise aus Protest dagegen hab ich meine PV-Speicheranlage gebaut, die, abgesehen von meiner eigenen Arbeitsleistung, durchaus wirtschaftlich sein dürfte (gesetzt den Fall, WR und Batterie arbeiten wie spezifiziert).

      Wenn Du, @bkohl, Autarkie anstrebst, dann müsstest Du ja auch vom Gas autark sein... In der Schweiz hat ja tatsächlich jemand ein völlig - auch jahreszeitlich! - energieautarkes Haus gebaut, allerdings zu hohen Kosten.

      Grundsätzlich bin ich wiederum mit @alikante einer Meinung, dass Heimspeicher eigentlich für die meisten Leute Blödsinn sind und Speicher an und für sich von Netzbetreibern gebaut werden sollten. Die dazu aber überhaupt keine nennenswerten Anstalten machen...
    • Was mich an der Autarkie-Sache immer wieder stört ist das die Leute immer nur in den eigenen 4 Wände denken.

      Wenn ich den jährlichen Strombedarf meines Arbeitgebers auf die Mitarbeiter umlege komm ich auf einen Verbrauch von 7000kWh/a. Hab noch keinen getroffen der das in seiner Betrachtung berücksichtigt hätte.

      Jetzt arbeitet natürlich nicht jeder in einer Firma, aber das selbe Muster seh ich auch im Biergarten wo man sich dann schön einig ist und mit nem kühlen Bier auf die persönliche Energiewende anstößt. Was das Bier wohl so kalt gemacht hat?...
      Beim Friseur unter der Trockenhaube das selbe Gerede...
      Und die Technik über die wir uns hier austauschen läuft auch nicht nur mit Luft und Liebe.

      Was wir eigentlich bräuchten wären Anreize um Regelenergie generell rentabler zu gestalten. Ich halte die private Speicherförderung für einen Hemmschuh der Energiewende.


      mfg JAU
    • Bernhard_Konrad schrieb:

      Die Perfektionierung der Sozialsysteme sehe ich deshalb mit Sorge, weil ich denke, dass diese Solidarsysteme von vielen Seiten böse ausgebeutet werden.
      Einerseits hat jeder Hemmungslos die Finger im Topf auf der anderen Seite werden die "Einzahler" immer weniger - nicht selten sind "Plünderer" und "Davonstehler" in den selben Schichten zu finden.

      Es ist m.M. überhaupt keine Perfektionierung nötig sondern ganz einfach "back to the roots" JEDER zahlt abhängig vom persönlichen Leistungsvermögen ein und JEDER hat Anspruch auf die selben Leistungen. PUNKT Alles andere schwächt das System durch mehr und mehr Schlupflöcher.

      Bernhard_Konrad schrieb:

      Wütend macht mich, wenn ich sehe, wie die ursprünglich gemeinschaftlich erstellte Infrastruktur sukzessive in den Besitz von "Investoren" gebracht wurde (aktuell sind die Autobahnen dran)
      da bekomm ich ebenfalls nen Hals, auch hier sollten ganz einfache Grundsätze gelten - alle Infrastruktur gehört in Bürgerhand. PUNKT


      Bernhard_Konrad schrieb:

      dass Heimspeicher eigentlich für die meisten Leute Blödsinn sind und Speicher an und für sich von Netzbetreibern gebaut werden sollten.
      davon ab das viele Stadtwerke schon in solche Speicher investieren muß es nicht immer der Versorger sein. Es gibt "Bürgersolaranlagen" und "Bürgerwindparks" warum nicht auch "Bürgerstromspeicher" ?? Eine Beteiligung an solchen infrastrukturell wichtigen und ökologisch wie ökonomisch nachhaltigen Projekten nenne ich - um mal den Kreis zu schließen - Altersvorsorge im mehrfachen Sinn.
      Pöl BHKW Tiger †
      Pöl BHKW Raptor †
      Ecopower 1.0
      Solarthermie 27m² Heat-Pipe-Röhren
      PV Anlage 1,8kWp Solarmax 2000C 15xKaneka k120
    • JAU schrieb:

      Wenn ich den jährlichen Strombedarf meines Arbeitgebers auf die Mitarbeiter umlege komm ich auf einen Verbrauch von 7000kWh/a. Hab noch keinen getroffen der das in seiner Betrachtung berücksichtigt hätte.
      Jeder Bundesbürger verursacht im Durchschnitt rund 15000 PJoule an Primärenergieverbrauch - jährlich!
      Umgerechnet knapp 50000 kWh (allerdings nicht alles Exergie).
      Allein der Kompaktwagen (Poloklasse) verbraucht im Jahr rund 10000kWh. (5Liter/100km * 20000km).
      Bei Nachbars stehen 5 Autos für 5 Familienmitglieder - man gönnt sich ja sonst nichts. Und die Kinder werden morgens die 100 Meter zur Schulbus-Haltestelle kutschiert, gerne auch im SUV. Der Neubau eines Radwegs wird dann als grüne Spinnerei kritisiert.
      Die Heizung gern nochmal 20000kWh... so läppert sich das
      Die 50000 sind die Messlatte!
      Wenn dann die PV-Anlage auf dem Dach des Eigenheims 10000kWh bringt, dann ist das der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

      Aber eine intelligente, konsequent geplante und umgesetzte Selbstversorgung des Hauses durch lokal genutzte Sonnenenergie ist dennoch eine gute Sache.
      Muss allerdings in der Regel schon im Neubau geplant und sorgfältig umgesetzt werden.
      Die Batterie im Keller, wie übrigens auch die 4m² Solarthermie auf dem Dach sind die Diät nach dem Essen...
    • bkohl schrieb:

      Mir fehlen zur vollständigen Autarkie im Winter noch 400kWh Strom und 8kW Inverterleistung um auch den E-Herd betreiben zu könne. Ersteres kostet noch etwas Grips und Zeit zur Wirkungsgradsteigerung auf 20% letzteres nochmal 1500 Euro für zwei "PIP-4048MS"
      Doch noch eine Bemerkung zu Deinem Vorhaben: Kann denn Deine LiFePo-Batterie die Leistung liefern? Bei rund 50 Volt Batteriespannung sind 12kW (4+8) immerhin 240 Ampére, das ist nicht mehr nichts. Ist die Batterie für C1-Entladung spezifiziert? Meine Staplerbatterie (48V, 575Ah) ist für C5 spezifiziert. Und da sind nicht ganz neu ist, kann sie gerade mal etwa C6 (90A), was bei mir 4,5 kW sind. Bei C5 (110A) geht sie in die Knie.
      Also wenn Du schon Gas im Haus hast, würde ich die großen Wärmeerzeuger (Herd...) direkt mit Gas betreiben. Das ist allemal effizienter, als zuerst aus Gas Strom und damit Wärme zu machen. Wobei Du wahrscheinlich dann mit Deinen rund 6kW PV noch mehr überschüssigen Strom hast, mit dem Du nichts anfangen kannst. Ärgerlich...

      Für mich ist übrigens die PV-Anlage plus Batterie sowas wie eine Stromkostenbremse. Ich weiß, mit meiner Staplerbatterie, den 5kWp PV und dem dreiphasigen Imeon WR bin ich über die Betriebszeit (AfA) kostengünstiger als der Netzstrom schon heute kostet.

      Mein nächstes Projekt wird wahrscheinlich eine kleine Trockenfementations- (oder Perkolations-) Biogasanlage für den vielen Grünschnitt, den ich sonst nur kompostieren kann. Die soll mir dann im Winter Gas für Strom und etwas Wäme liefern, im Sommer wird sie nur gefüllt, um im Herbst "angeworfen" zu werden... Aber da bin ich noch ganz am Anfang.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bernhard_Konrad ()

    • Wäre interessiert, was vermutest das da an Heizwärme raus kommen würde? Kritisch oder Problematisch wenn man dafür einen LPG Tank verwenden würde, denn ich habe keinen Erdgasanschluss.

      bkohl schrieb:

      Hallo Alikante,
      ich will nicht um jeden Preis "meinen" Motor optimieren. Ich will die beste - das heisst auch rentabelste Lösung finden. Und das natürlich in absehbarer Zeit. Die Gefahr des Verzettelns in irgendwelchen Details kenne ich nur zu gut.
      Nimm doch dein Ecopower1.0 . Kannst davon ausgehen, dass der im absoluten Optimum läuft. Honda's EXLink-Technik erlaubt ein Ansaugvolumen von nur 110qcm bei 160qcm Expansionsvolumen world.honda.com/powerproducts-technology/exlink/ . Die Drehzahl liegt bei rund 2000 1/min. Dahin geht die Post - sozusagen.
      Ich liege also mit meinem 200qcm-Motor in der 1kW-Klasse um den Faktor 2 über dem Optimum bzgl. des Hubraums und 30% über der optimalen Drehzahl. Andere elektr. Leistungen interessieren mich erstmal nicht.


      Am aussichtsreichsten wäre also z.B. Hondas i2000-er Stromaggretate sowie deren zahlreiche China-Abkömmlinge wie Güde ISG-2000. Wenn ich also nochmal mit dem Projekt starten würde, käme so ein Gerät auf den Tisch.
      Na? Lust bekommen?


      Gruss, Bernd
    • @Michael20: Der Motor verbrennt sowohl LPG als auch Erdgas. Je nachdem wie sehr der Wirkungsgrad noch verbessert werden kann, fallen 4 bis 7kW Wärme an.

      @Bernhard_Konrad: 250Ah LiFePo ist mit 130A angegeben ev-power.eu/Winston-40Ah-200Ah…YPO4-3-2V-260Ah.html#tab2
      Deshalb ist bei mir die Batterie nicht das Limit um 8kW zu erzeugen. Das wäre ja auch nur die Spitzenlast für kurze Zeiten.
      Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
      Hausdämmung 16cm PS 0.035, Waschmaschine und Trockner an Gasheizung angeschlossen