Mikro-BHKW GTK-4 (hat Wolf bei Kirsch eingekauft?)

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    • Das Kirsch im Wolfspelz?!

      Hallo KWK und Ocram Baats,

      Ihr habt das sehr gut beobachtet! Uns ist das doch sehr markante Innenleben des Gerätes auf der SHK Essen auch aufgefallen. Leider wollten sich die Wolf-Mitarbeiter am Stand nicht wirklich zu dem Gerät äußern. Lest selbst: bhkw-infothek.de/nachrichten/2…ein-bekanntes-mikro-bhkw/

      Viele Grüße,
      Susanne
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    • GTK-4 ab Mai 2014

      Nach meinen Informationen startet Wolf mit dem Vertrieb des GTK-4 im Mai 2014.
      Ob und wie Wolf den Service für das mBHKW bereitstellt konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Auch wo das Anlagenmonitoring bzw. Fernüberwachung stattfindet ist noch nicht bekannt.
      Da darf man auf den GTK-4-Betreiber hier im Forum gespannt sein.
      PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
      BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
      Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
      Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wurst_franz ()

    • @ Gekritzel:
      Es ist ein Briggs & Stratton 2-Zylinder aus der Vanguard Baureihe.
      PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
      BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
      Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
      Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh
    • Im 6. Absatz habe ich das gelesen und bin "etwas" entsetzt - insofern sind Ecopower und das B&T Gerät soetwas wie motorisch Verwandte.


      Wird das Wasser über Öl und Umluftwäremtauscher erhitzt ?
      Auch eine Idee, wie sie zB. in Schaltschränken zur Kühlung eingesetzt wird - zum Vergleich, wir haben auch Kupferplatinen mit Wasserkühlung :)


      Der Preis für das "Gesamtpaket" ist recht hoch. Vermutlich zahlt man einige teurere Reparaturen schon beim Kauf, als ob zwei... vier Motorwechsel eingeplant sind.


      Auf den Bildern aus "Reanimation" entnehme ich einen etwas chaotischem Aufbau, einige meiner Ideen und weitere technische Ansätze. Allerdings erschrickt mich die B&T Homepage. Schaue ich mir deren Motoren an, es wird sich nicht einmal dort die Mühe gemacht die Schellen gerade und richtig positioniert auf den Schläuchen zu montieren.


      Der Vanguard selbst hat ja schon einen gewissen Status/Fangemeinde. Mit dem Motor wird so manch Vehikel und ähnliches bestückt - es gibt einige nette Bilder und im Zubehör zB eine elektronische Benzineinspritzung samt Regelung :)
    • Gekritzel schrieb:

      Wird das Wasser über Öl und Umluftwäremtauscher erhitzt ?

      So ist es!
      Am Motor befindet sich auf der einen Seite ein Lüfterrad, das über Leitbleche den zu Kühlung nötigen Luftstrom an die Zylinder führt. Um dieses Lüterrad herum hat Kirsch einen großen Luftwärmetauscher gebaut, der der Zuluft, die ins Gehäuseinnere am Generator entlang einströmt und sich dabei erwärmt, Wärme zu entziehen. Mittig in diesem Luftwärmetauscher sitzt auch der Luftfilter. So bekommt der Motor auch relativ "kühle" Verbrennungsluft zugeführt. Von da wird das Wasser des Heizungssystems weitergeführt zum Abgassystem. Erst kommt ein Tauscher an den Krümmeranschlüssen, dann am KAT, dann geht's zum Wärmetauscher des Motorölkreislaufs und zum Schluß noch durch einen großen Plattenwärmetauscher vor dem Endschalldämpfer. Die Brennwerttechnik ist da sozusagen bereits integriert.
      Im Gehäuseinneren liegt die Temperatur im laufenden Betrieb meist bei ca. 75°C, die Motoröltemp. bei ca. 85°C. Die Wassertemperatur am Ausgang liegt je nachdem, wie "gesätttigt" der Pufferspeicher bereits ist, zwischen 45°C und 75°C. Die Abgastemperatur liegt in etwa auch in diesem Bereich.

      Auf den Bildern mag der Aufbau etwas chaotisch wirken, ist er aber nicht. Man wollte das Gerät so kompakt wie möglich bauen, damit's eben auch noch bei beengten Verhältnissen eingbaut werden kann.
      Für mich ist der Eindruck beim Blick in den Motorraum eines PKWs auch erst mal unübersichtilich. Oder denk mal an Motoren in Motorrädern. Die führen ihr dasein oft unter einer Vollverkleidung, umgeben von Schläuchen der Wasser- und Ölkühlung wie ein Patient auf der Intensivstation ;-_ (Es gibt auch Ausnahmen, wie die Boxer von BMW z.B. :D )
      Der verbaute Vanguard-Motor kostet ca. 800€ bis 900€. Da lohnt sich eine Aufwendige Instandsetzung oft nicht, erst recht nicht, wenn der Motor dazu ausgebaut werden muß. Ein Motortausch kann von 2 versierten Kundendienstlern in 2,5 bis 3 Std. erledigt werden und die Kiste läuft wieder, was wichtig für den Kunden ist.
      PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
      BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
      Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
      Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh
    • Scheint ja schon seit zwei Jahren zu laufen...

      Das mit dem Luft-Wassetauscher ist ein interessanter Ansatz, den man sicher auch auf andere Industriemotoren anwenden kann - tatsächlich ist es schwierig kleine wassergekühlte Motoren zu erhaschen. Es gab mal einen sehr interessanten mit Wasserkühlung - vor 10 Jahren.

      Das bringt mich schon wieder auf doofe Ideen mit Heckenscherenmotoren. Es gibt zu diesen "mini-4 Takter" Ideen incl. Umsetzung zu 500W Generatoren zB. im Wohnmobilbereich . Gesamtgewicht 3,6Kg.

      Da einen WT und WR hinten dran und Tadaa - feritg ist das Nanobhkw für ca. 1000€.

    • Hallo Wurst_Franz,

      WätaS hatte doch ein sehr gut durchkonstruiertes Micro-BHKW mit einem bekannt langlebigem luftgekühlten Motor und einem Luft/Wasser Wärmetauscher gebaut und auch im Feldversuch erprobt.

      Soweit mir erinnerlich, haben die WätaS-Techniker das Projekt damals (leider) aufgegeben, da die erforderliche Kühlleistung für die Grenztemperatur des Motors nur bei Einhaltung niedriger Rücklauftemperaturen (die in der Praxis nicht immer garantiert sind) zur Verfügung stand.

      Wie haben die Kirsch-Techniker etwas geschafft, was die WätaS-Techniker (Wärmetauscher Sachsen, Spezialisten!) als nicht ausreichend praxistauglich eingestuft haben? - Wo liegt der Unterschied?

      mfg

      Valerian
    • Hallo Valerian,
      ich kann nur, wie bereits geschehen, beschreiben wie das beim Kirsch technisch gemacht wird. Mit dem WätaS habe ich mich nie beschäftigt und kenne daher auch den Aufbau dieser Anlagen nicht.
      Die Steuerung des Kirsch schaltet ab, wenn eine Vorlauftemperatur von max. 80°C erreicht ist. Das erscheint Sinnvoll, da ja sonst die entstehende Wärme nicht mehr abgeführt werden kann und die Tempertaur im Gesamtsystem immer höher wird.
      Um Schäden an der Anlage zu vermeiden, wurde bei relevanten Meßstellen (Kapselinnenraum, Abgas, Vorlauf) zusätzliche Sicherheitstemperaturbegrenzer eingebaut. Die Steuerung wertet die gemessenen Temperaturen auch nach unterschiedlichen Kriterien aus: Normal, kritisch und Übertemperatur. Bewegen sich die Werte noch im krititschen Bereich, läuft die Anlage zwar weiter, der Wert wird aber als "kritisch" in der Anlagenüberwachung angezeigt, bewegt er sich da drüber erfolgt die Abschaltung mit entsprechender Störungsmeldung. Nach ca. 5 Minuten wird die Störung automatisch quitiert und die Anlage startet neu. Erfolgt die gleiche Störung am selben Tag 3x aufeinander geht die Anlage auf "Störung" und startet erst nach manueller Bestätigung wieder.
      Sämtliche Anlagenparameter können auch per Fernüberwachung erfasst und ausgelesen werden. Der Server, auf dem die Fernüberwachung installiert und die Anlage angemeldet ist, sendet bei einer "Störung" automatisch eine eMail an die Adresse des entsprechenden Servicebetriebs. So ist dieser quasi zeitgleich wie der Anlagenbetreiber über die Störung informiert.
      PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
      BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
      Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
      Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

    • Hallo Wurst_Franz,

      besten Dank für die umfassenden Informationen.

      Die Gretchenfrage bei solchen Konstruktionen ist die maximale Rücklauftemperatur, bei welcher die erforderliche Motorkühlung noch gewährleistet ist.

      Bis zu welcher Rücklauftemperatur läuft Dein BHKW noch thermisch stabil bzw. gibt es diesbezüglich Herstellerangaben?

      Ein Bekannter hat das vor Jahren mit einem kleinen Hatz-Diesel versucht, bei den Rücklauftemperaturen einer konventionellen Zentralheizung war die Motortemperatur (trotz erheblichen Aufwandes im Bereich des Luft/Wasser Wärmetauschers + Öl/Wasser-WT) über reine Luftkühlung nichtmehr beherrschbar. Letztlich hat er nur mit einem aufwändigen Umbau des Motors (Einsetzen von von wasserführenden Rohren im oberen Bereich des Zylinders) eine brauchbare Lösung gefunden.

      Diese Frage ist wahrscheinlich auch für diejenigen interessant, welche bereits mehrfach in diesem Forum die Verwendung kleiner luftgekühlter 4-Takt Benziner im Gasbetrieb angedacht haben.

      mfg

      Valerian
    • Valerian schrieb:

      Die Gretchenfrage bei solchen Konstruktionen ist die maximale Rücklauftemperatur, bei welcher die erforderliche Motorkühlung noch gewährleistet ist.

      Diese Frage ist durchaus in Erwägung zu ziehen.
      Da ist erst mal der hydraulische Abgleich, der unabdingbar gemacht sein sollte. Das garantiert eine möglichst hohe Temperaturspreizung zwischen Heizkreisvor- und Rücklauf und ermöglicht so eine saubere Temperaturschichtung im Pufferspeicher, was wiederum eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur zum BHKW gewährleistet.
      Andererseits ist es durchaus gegeben, daß die Temperatur im Puffer unten während des "beladens" auf gut 50°C oder mehr ansteigt. Kirsch behillft sich hier, indem die Leistung der Speicherladepumpe variabel gesteuert wird. Mit ansteigender Vorlauftemperatur steigt die Pumpleistung in 4 Schritten jeweils um 25% bis zur max. Leistung auf 100% an. So wird der geringeren Wärmeaufnahme durch größeren Volumenstrom entgegengewirkt. Und wie bereits beschrieben, schaltet die Steuerung bei Erreichen von max. 80°C Rücklauftemperatur zum Pufferspeicher ab. Dadurch bleibt die Temperatur vom Motor, Motoröl und Kapselinneraum relativ stabil auf gleichem Niveau.
      PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
      BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
      Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
      Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

    • Hallo Wurst_Franz,

      Du schreibst:

      "Andererseits ist es durchaus gegeben, daß die Temperatur im Puffer unten während des "beladens" auf gut 50°C oder mehr ansteigt"

      Das würde bedeuten, dass Dein BHKW noch bis zu einer (Heizungs-)Rücklauftemperatut von 50°C thermisch stabil bliebe, ein guter Wert. Das Delta T von dann nur 25°C Wasser/Luft ist zwar eng, aber bei entsprechenden luftseitigen Strömungsgeschwindigkeiten sicher machbar.

      Stutzig wird man - prima facie - bei der Umluft-(Kapsel-)Temperatur von 75°C, weil luftgekühlte Motoren eigentlich nie für Umlufttemperaturen über 50°C ausgelegt werden. Da der Motor (bei gleicher Kühlfläche) aber - wenn ich das richtig gesehen habe - nur mit knapp 50% seiner ausgewiesenen (Benzin-)Nennleistung betrieben wird, erscheint auch dieser Wert nachvollziehbar; für die Lebensdauer des Motors ist das sicherlich ebenfalls positiv.

      Der Luftkreislauf verschiebt notwendiger Weise mechanische Energie zurück in den thermischen Bereich, was zu einer Minderung der Stromkennzahl führen muss, aber dem weit verbreiteten "Stromkennzahl-Fetischismus" sollte man ohnehin kritisch gegenüber stehen, letztlich zählt nur die Wirtschaftlichkeit und nicht technischer Purismus.

      Für Dich als Betreiber ist es wohl ein gutes Gefühl zu wissen, dass Du wahrscheinlich auch in 10 bis 15 Jahren noch alle Ersatzteile für Deinen Motor günstig auf dem Freien Markt bekommen wirst, im Gegensatz zu den Marathon-Schrick und den Honda-Exlink2 Sklaven, die an Vaillant nicht vorbei kommen.

      Im Rahmen Deines Gewerbebetriebs musst Du mutmaßlich weder Strom "verschenken" noch verheizen noch unwirtschaftlich speichern - alles in Allem eine überzeugende Lösung, wenn Dein BHKW ansonsten keine Probleme macht - halte uns bitte diesbezüglich auf dem Laufenden.

      mfg

      Valerian