PRO Solarthermie... CONTRA Primärenergie

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    • goQ schrieb:

      ...
      Es ist doch vollkommen klar dass auch hier solche Kosten anfallen wie bei JEDEM anderen Erzeuger ! Bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger. Aber bei der ST ist das vergleichsweise niedrig. Schaut man sich ein BHKW oder Pelletkessel an ist dort doch deutlich mehr zu berücksichtigen. Da jeder Erzeuger und auch Verbraucher diese Kosten hat braucht man diese auch nicht immer wieder aufzuführen, solange diese nicht exorbitant hoch sind.
      Naja, da gibt es schon erhebliche Unterschiede. Meine PV-Anlage ist praktisch wartungsfrei. Die PV-Anlage hier z.B. mit einem BHKW oder einer ST-Anlage gleichzustellen nur weil diese keine "exorbitant" hohen Wartungskosten haben, halte ich daher etwas für daneben.

      Bei der ST fallen ja auch nicht nur Stromkosten an. Da will von Zeit zu Zeit auch mal die Sole gewechselt werden. Auf meinen Haus hatte mein Vorgänger auch ne ST-Anlage gebaut (Vakuum-Röhren), die ich mit übernommen habe. Von daher kann ich auch aus Erfahrung mitreden. Das gute Stück hat keine 10 Jahre überlebt und dies scheint kein Einzelfall zu sein.
      "Religion wird von den gewöhnlichen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch, und von Herrschern als nützlich angesehen."
      Lucius Annaeus Seneca d. J.
    • Von PV-Anlagen als Erzeuger hat auch niemand geredet ... hier geht es um Wärmeerzeuger.

      Sicher gehen auch ST-Anlagen kaputt ... vor allem Röhren. Von denen habe ich schon hunderte getauscht ... die gefürchtete TM500 von ELCO ...

      Ich habe selber ungefähr 400 ST-Anlagen (+ 100 PV) installiert. Ich habe auch so meine Erfahrungen mit ST-Anlagen. Und wenn die nicht alle laufen würden hätte ich hier (verständlicher Weise) die Hölle auf Erden ... Es gibt schon auch ST-Anlagen die "laufen".

      Ich bin aber auch der Meinung, dass wohl ein Großteil der Anlagen deutlich besser betrieben werden könnten. Da aber höchstens 5% der Anlagen mit Datenlogger betreiben werden bekommt das niemand mit.
      Jede PV-Anlage hat schon alleine durch den Einspeise/Eigenverbrauchszähler den Datenlogger ... mal abgesehen davon haben die meisten WR auch einen Datenlogger. Also ist hier deutlich bessere Kontrolle möglich ...

      Nicht umsonst machen wir uns laufend Gedanken darum, wie man hocheffiziente Anlagen erstellen, betreiben und fernwarten kann. Ohne Kontrolle der Anlagentechnik (egal welcher Erzeuger) und einer gewissen Lernkurve bei der Betrachtung von Anlagenaufzeichnungen, können auch keine besseren Ergebnisse erzielt werden. Anlagen ohne Datenlogger und/oder Fernzugriff sind der reinste Blindflug und können zwar als "Stand der Technik" bezeichnet werden aber nicht als "Zeitgemäß".
    • :bodycheck: Da hat man ja fast das Gefühl, dass sich da einige in hitziger Diskussion befinden.

      Solarthermie hat es (leider) sehr schwer - das liegt vorrangig daran, dass nahezu alle Fördergesetze in Deutschland stromorientiert sind. Die Investitionsförderung für Solarthermieanlagen kann dies nicht ausgleichen.

      In vielen Fällen gibt es auch keine freien Dächer mehr, weil da schon PV drauf ist...
      ...und weil das so ist, kann ich ehrlich gesagt den Vergleichsfall der "ineffizienten und dreckigen" Kraftwerke nicht nachvollziehen. Wir haben ein EEG, das den Vorrang erneuerbarer Energien regelt. Insbesondere wenn die Solarthermieanlage viel produziert, also die Sonne scheint, wird auch sehr viel PV-Strom im Netz sein und manch Kohlekraftwerk abschalten müssen. Daher halte ich den Vergleich mit Kohlekraftwerken, der ggf. vor 10 Jahren noch gültig war, für längst überholt. Schaut Euch einfach mal die Stromzusammensetzung an einem sonnigen Tag an.

      Und wenn man von hocheffizienten BHKW-Anlagen spricht, sollte man nicht unbedingt das sogenannte "Hocheffizienzkriterium" der EU als Maßstab nehmen. Da ist die Hocheffizienz nur im Namen drin...
      Wenn eine Mikro-KWK-Anlage nach technischem Datenblatt gerade mal 10-11% elektrische Effizienz aufweist - wohlgemerkt brutto, also ohne Berücksichtigung des Pumpenstroms und der Steuerung - und trotzdem das Hocheffizienzkriterium mit mehr als 20% Primärenergieeinsparung erfüllt, sagt das doch wohl alles aus. Mikro-BHKW-Anlagen mit real gemessenen elektrische Nettowirkungsgraden von 7-12% sind in meinen Augen alles andere als "hocheffizient".
      Daher sollte man die rosarote Brille in Bezug auf die CO2-Minderung von einigen KWK-Technologien vielleicht mal absetzen. :rosabrille:

      Trotzdem haben diejenigen natürlich recht, die darauf hinweisen, dass der Gesamtstrom des Versorgungsobjektes bei Realisierung einer Solarthermieanlage statt einem BHKW (noch) überwiegend in konventionellen Kraftwerken erzeugt wird.

      Einer der ersten Berichte des BHKW-Infozentrums im Juli 2000 hat sich mit dem Thema "Solaranlage und Kraft-Wärme-Kopplung - ein Konfliktpotential?" beschäftigt. Konkret ging es dabei um die Realisierung einer Solarthermieanlage in einem Krankenhaus - zusätzlich zur bereits bestehenden BHKW-Anlage. Damals erfolgte der Vergleich noch mit dem Strommix im Mittellast-Kraftwerksbereich. Und der Grund für die Realisierung der Solarthermieanlage war (natürlich) ein immens hoher Fördergeld-Anteil aus einem Sonderprogramm.

      Am Ende wird es immer ums Geld gehen - und da hat es ganz einfach die Solarthermie derzeit schwer, gegen eine meiner Meinung nach jahrelang überförderten PV-Anlage das Dach frei zu halten oder gegen die Refinanzierung einer geeignet BHKW-Anlage anzukommen - insbesondere angesichts hoher Strompreise und relativ günstiger Erdgaspreise im Wohnbereich.
      Viele Grüße,

      Markus

      Markus Gailfuß
      BHKW-Infozentrum - Informationen über BHKW
      BHKW-Consult

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von BHKW-Infozentrum ()

    • Hallo!

      BHKW-Infozentrum schrieb:

      .....gegen eine meiner Meinung nach jahrelang überförderten PV-Anlage......

      Das ist wohl wahr! Mit den deutschen Subventionen für die PV ist wohl am meisten die Chinesische PV-Industrie gefördert worden! Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre! jetzt kaufen die Chinas noch die hochmoderne Technologie der bankrotten deutschen PV-Industie auf.

      Zum Thema selbst: Wir haben 2004 eine 10 qm Paradigma Solarthermie mit Vacuumröhren zur Brauchwassererwärmung aufs Dach gebaut (Hotelbetrieb). Abzuglich der damaligen Förderung hat die ca 7.000 Euro gekostet. Der jährliche Ertrag ist ca 4.500 KWh durchschnittlich. Probleme oder Ausfälle gabs bis jetzt keine!
      Wenn ich jetzt aber mal nur den Wertverlust unserer beiden Fahrzeuge in dem selben Zeitraum gegenüber stelle, - sooo schlecht ist die Investition in Solarthermie nun auch nicht!!!

      Grüße AxelF
      Wikipedia: ICH WEISS ALLES!

      Google: ICH HABE ALLES!

      Internet: OHNE MICH GEHT NICHTS!

      Strom: ACH WIRKLICH ???!!!
    • AxelF schrieb:

      Wir haben 2004 eine 10 qm Paradigma Solarthermie mit Vacuumröhren zur Brauchwassererwärmung aufs Dach gebaut (Hotelbetrieb). Abzuglich der damaligen Förderung hat die ca 7.000 Euro gekostet. Der jährliche Ertrag ist ca 4.500 KWh durchschnittlich.

      Ergibt einen ROI von ca. 26 Jahren nach heutigen Preisen. Zu den damaligen Preisen wären es ca. 38 Jahre gewesen. Nur weil es weiter vorne angezweifelt wurde.
      Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
      perdok.info/
      Oscar Perdok GmbH
      Gildeweg 14, 46562 Voerde
      Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)
    • Ich war vor 2 Monaten zu einer Schulung bei einem namenhaften Hersteller allerlei Heiztechnik und anderen Produkten und konnte dort durch die Blume heraushören, dass sich ST im EFH und ZFH nicht rechnet.
      Jetzt wird hier ja kritisiert, dass alle nur aufs Geld schauen, aber zum Teufel noch eins - NATÜRÜLICH schau ich aufs Geld!!! Was sich nicht wirtschaftlich darstellen lässt, bekommt halt keine Chance. Nur von Idealisten. Und mit wirtschaftlich darstellen meine ich einen Zeitraum von max. 15 Jahren.
      Jetzt verdamme ich die ST aber auch nicht, sondern schließe mich Aussagen an, dass die ST ihren Platz hat. Da wo es sich rechnet. Wo das ganze Jahr über ein konstant hoher Wärmebedarf ist. Und wo man nicht nur max. 30% des Jahreswärmebedarfs oder 50% des Trinkwasserwarmbedarfs decken kann.
      Für Industriebetriebe oder große MFHs, die auch im Sommer einen relativ großen Wärmebedarf haben, ist ST viel einfacher wirtschaftlich darstellbar.

      Hier mal n Link zu einem Produkt, das wir in Auftrag fertigen: juri-portal.de/produkt/einsatzbereiche.html

      Das hat eine ganz andere Dimension und ist geregelt. Da wird nicht einfach nur der Speicher aufgeheizt und wenn voll ist ist voll und die Sonne scheint "umsonst".

      tschau

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sebastian Nickel ()

    • AxelF schrieb:

      Das ist wohl wahr! Mit den deutschen Subventionen für die PV ist wohl am meisten die Chinesische PV-Industrie gefördert worden! Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre! jetzt kaufen die Chinas noch die hochmoderne Technologie der bankrotten deutschen PV-Industie auf.
      Die Photovoltaik in Deutschland hat keine Subventionen bekommen. Kein einziges deutsches Unternehmen bekam irgendwelche Fördergelder. Die Photovoltaik in Deutschland ist nur durch das EEG zum Erfolg gekommen, aber kein Unternehmen hat Geld vom Staat bekommen.
      Die chinesischen PV-Unternehmen haben vom chinesischen Staat viele billige Kredite bekommen, um so neuste Produktionstechnik aus Deutschland kaufen zu können, die letztlich den Endpreis drückt weil sie mehr produzieren können. China sieht eben eine Schlüsseltechnologie in der PV. Bei den Preisen würde ich auch selber die Module aus China kaufen. Der Preis ist eben heiß.
      Und dann die Klageeinreichung von deutschen PV-Unternehmen, dass alles so ungerecht wär und der Markt total verzerrt wäre. Die haben einfach nur eines gemacht: geschlafen..... und nun bekommen sie die Rechnung dafür! Das nur so nebenbei zur Subvention.
    • Völlig richtig - die über das EEG ausgezahlten Gelder sind Förderungen und
      kamen den PV-Betreibern zu Gute. Da es sich dabei um ein privatrechtliches
      Umlagesysteme handelt, sind diese Millionen bzw. Milliarden Fördergelder und
      keine Subventionen...

      - aber es gab auch für die deutschen PV-Unternehmen Subventionen und
      Bürgschaften der Bundesländer für die Errichtung der Fabriken in
      strukturschwachen Gebieten oder weil diese grüne Technologie einfach so
      innovativ war. ;-_ Außerdem gab es Subventionen vom Staat bzw. Fördergelder für
      wissenschaftliche Forschung.

      Hauptproblem war aber, dass der überwiegende Absatzmarkt in Deutschland war -
      bei der Windkraft ist dies anderst... Schade, dass die Deutschen dann keine
      Solarmodule made in Germany drauf geschraubt haben, sondern die von vielen
      deutschen Handwerkern angebotenen chinesischen Dumping-Preis Module. Aber der
      Preis ist heiss... :wacko:


      Apropos heiss:

      Für die Solarthermie ändert sich nichts - die Dächer sind
      voll, ob nun mit chinesischem oder deutschem Unternehmenslabel ist egal... ;(
      Viele Grüße,

      Markus

      Markus Gailfuß
      BHKW-Infozentrum - Informationen über BHKW
      BHKW-Consult
    • Diese Woche hatte ich zwei Gespräche mit Kontraktoren. Diese haben einige Anlagen mit thermischen Solaranlagen ausgestattet, die aber nicht den notwendigen Effekt bringen würden.

      Jetzt schauen wir uns die Anlagen nacheinander an, statten diese mit unserem Controller aus (die komplette Heizungsanlage) und werden dann die thermischen Solaranlagen zu Höchstleistungen bringen. DAS ist die Energieeffizienz die ich meine ... erstmal das was man hat optimieren ... und dann sehen was man mit dem "Rest" anfängt.

      Wenn jetzt auch nicht mehr alle Dachflächen wegen PV zur Verfügung stehen, so ist es immer noch genug um die Energiewende zu unterstützen. Wenn man alleine an das schlummernde Potential der nicht optimal betriebenen Heizungsanlagen denkt, reicht das mit Sicherheit aus um den Verbrauch an fossiler Energie drastisch zu redizuieren !
      Zumnal der Job "Energieeffizienz" auch deutlich spannender und fachlich anspruchsvoller ist als immer nur zu sagen:"Jo ... das machen wir am Besten alles neu ... dann spart man die meiste Energie" <gäääähn> :sleeping: ... (sicher nicht ... aber spart am wenigsten Geld)
    • Ich lach mich krank....

      Solarthermie ist in D die zweitgrößte Lüge, die ich kenne..... Aber nur deshalb, weil Sylvie und Rafael sich noch am 27.12. haben fotografieren lassen als glückliches Paar....

      Sonst hätten die Thermielügner gewonnen.... Naja, sind halt die Holländer wieder mal Schuld...
      Thomas Deus
      -Geschäftsführer-
      Fa. GO BHKW GmbH
      Trinenkamp 50, 45889 Gelsenkirchen
      www.go-bhkw.de
    • bennyheizer schrieb:


      Die Photovoltaik in Deutschland hat keine Subventionen bekommen. Kein einziges deutsches Unternehmen bekam irgendwelche Fördergelder. Die Photovoltaik in Deutschland ist nur durch das EEG zum Erfolg gekommen, aber kein Unternehmen hat Geld vom Staat bekommen.

      Die Unternehmen haben indirekt die Fördergelder über die Kunden und dem Endpreis gezogen. Vor Jahren wurden pro 1kWp Anlagengrößen
      Gelder > 5.000 euro vom Endkunden eingezogen.

      Heute bekommt man die 1KWp für knappe 450 euro, direkt in Holland. Da muss man nicht mal in China oder Taiwan einkaufen gehen.
      Qualitätsmodule kosten halt paar euro mehr.
      Wer heute noch behauptet, dass pv zu teuer ist...dem kann man nicht mehr helfen.







      OT:
      wir haben uns gegen eine SolarThermie-Anlage enschieden. Grund: Da der Wärmebedarf nicht besonders groß ist, nahm man einen
      Duschboiler, eco, von AEG.

      Im direktem Vergleich hätte eine 4 Einheiten-ST auf dem Dach rund 7.000 - 8.000 euro gekostet, wogegen der Duschboiler auf rd. 400 euro kam.
      Der eco-Duschboiler funktioniert schon im 5-ten Jahr. Wenn der mal defekt, dann wird der entsorgt und man holt sich einen Neuen.
      Verbrauchen tut der kaum Strom -
      funktioniert sogar mit der PV-Anlage + Staplerbatterieen im AC1-Netz ( L1 + L2 + L3 gebrückt + Neutralleiter verstärkt ( 10 mm2 ) )

      Die Dachflächen nutzt man besser für d. PV-Anlage - bringt effektive mehr.




      Der Nachbar kann seine ST fast 4 Monate in der Winterzeit gar nicht nutzen, da meist Schnee auf dem Dach. Im Sommer kann der gar nicht so viel
      duschen, wie dort Warmwasser produziert wird.
      Und ST zur Heizungsunterstützung? Von April bis Ende Oktober läuft gar keine Heizung im Haus, nur im Winter, da Bullerjan für die de-zentrale
      Heizerei noch vorhanden ist.


      Ein Rätsel ist allerdings dieser Typ:
      eike-klima-energie.eu/climateg…scher-justiz-ins-ausland/